Schießstand im Wald wieder eröffnet: Jäger können mit der Flinte üben

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Lange war ein in die Jahre gekommener Schießstand in Dorsten dicht. Jetzt haben sich mehrere Kreisjägerschaften zusammengetan und ihn reaktiviert. Es könnte ein Millionen-Projekt werden.

Dorsten, Schermbeck

, 20.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Jahre lang war „tote Hose“ auf dem zweitältesten Schießstand in Nordrhein-Westfalen. Doch Spaziergänger, die in den vergangenen Wochen am Freudenberg im Grenzgebiet von Dorsten und Schermbeck unterwegs gewesen sind, dürften wieder Schüsse aus der Ferne vernommen haben: Denn seit einiger Zeit können dort im Wald vor allem Jäger wieder mit der Flinte üben.

Komplettschließung stand im Raum

Der Schießstand war ursprünglich vom Großvater des jetzigen Grafen von Merveldt gebaut worden - und wurde später zur Keimzelle der Jägerschaft in der Region. Später übernahm der „Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten e.V.“, die Anlage - bis der Sanierungsstau der schwer in die Jahre gekommen Schießstätte so groß geworden war, „dass sogar die Frage im Raum stand, ob sie nach über 80 Jahren nicht für immer geschlossen werden müsste“, so Hegering-Leiter Hermann Wolff.

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Der Dorstener Berufsjäger ist Geschäftsführer der „Schießstand Freudenberg GmbH“, die von den verantwortlichen Vorständen der Kreisjägerschaften Bottrop, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen neu gegründet wurde. „Nur gemeinsam sind die noch notwendigen finanziellen Ausgaben zu bewältigen“, sagt Hermann Wolff.

Blick von oben auf die Kugelbahnen, bei denen die Finanzierung der Sanierung noch nicht gesichert ist.

Blick von oben auf die Kugelbahnen, bei denen die Finanzierung der Sanierung noch nicht gesichert ist. © Privat

Die neuen Gesellschafter seien einen „beschwerlichen Weg durch alle nötigen Instanzen“ gegangen, betont Wolff, hätten die jeweiligen Vorstellungen der vier Grundeigentümer (RVR, gräfliche Familie, Kreisjägerschaft, private Erbengemeinschaft) zueinander geführt.

100.000 Euro-Sicherheitszaun

Die größte planerische und bürokratische Hürde war der neue Sicherheitszaun, der das gut 16 Hektar große Gelände umfasst. 100.000 Euro habe er gekostet, zum Großteil konnte er noch aus den Mitteln der alten Jagdabgabe aus dem Umweltministerium NRW finanziert werden.

Der Zaun soll nicht nur dafür sorgen, dass Wanderer das Gelände nicht betreten und sich der Lebensgefahr aussetzen. „Sondern es soll auch Wild ausschließen“, so Hermann Wolff.

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Denn sowohl Rot- als auch Schwarzwild haben im benachbarten Dämmerwald und dem früheren Mannesmann-Wald ihren Lebensraum. „Wir haben auf dem Gelände mehrere Biotope“, erzählt der Geschäftsführer, unter anderem auch ein Laichgebiet für Frösche, das man vor dem Wild schützen wolle.

Mit Bleischrotmunition

Die Beteiligten freuen sich, dass nun das Schießen auf der auch überregional wichtigen offenen kombinierten Trap- und Skeetanlage (Tontauben und Scheiben) der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Zugelassen seien Flinten mit Bleischrotmunition mit einer Schrotgröße von 2,5 Millimeter und kleiner.

Auch Äste an Bäumen wurden entfernt.

Auch Äste an Bäumen wurden entfernt. © Privat

Die vier Kugelbahnen, der Laufende Keiler und der Kipphase sollen dann wieder in Betrieb genommen werden, sobald die Finanzierung gesichert und die Sicherheit gewährleistet ist. Hermann Wolff rechnet damit, dass weitere 1,5 Millionen Euro Kosten auf die Gesellschafter zukommen werden. Vor allem die Sanierung der Kugelstände kostet eine Menge Geld, ihre Finanzierung ist noch unklar.

Der Schießstand steht nicht nur der Jägerschaft, sondern auch angehenden Jungjägern, Sportschützen und interessierten Bürgern zur Verfügung, „damit sie sehen, wie eine Waffe funktioniert“, so Wolff.

Aufräumarbeiten am Schießstand

Aufräumarbeiten am Schießstand © Privat

Über Preise, Öffnungszeiten und die Regelungen aufgrund der Corona-Pandemie informiert die Schießstand-Gesellschaft auf ihrer Homepage (www.schiessstand-freudenberg.de). Die Coronakrise hat übrigens dafür gesorgt, dass der Schießstand ohne öffentlichen Aufhebens wiedereröffnet worden ist.

Denn eigentlich sollte die Schießstätte bereits zur Ende März geplanten „1. Internationalen Jagd- und Schützentage auf Schloss Lembeck“ zur Verfügung stehen, die dem Versammlungsverbot zum Opfer gefallen war.

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