Schüler-Bafög: Teilerfolg errungen

Hartz IV oder Ausbildung

Die Sache mit dem Schüler-Bafög ist kompliziert: Zwei junge Frauen aus Dorsten hatten ein großes Problem damit, weil ihnen das Bafög-Amt trotz laufender Ausbildung zur Erzieherin die Ausbildungsbeihilfe gestrichen hatte. Nach einem Bericht in unserer Zeitung ist eine überraschende Wende eingetreten.

Dorsten

, 20.08.2015, 12:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mareike Schnieder (li.) hat jetzt Grund zur Freude: Sie bekommt Schüler-Bafög, bei Vanessa Schnieder ist die Sachlage komplizierter. Bei ihr wird geprüft, ob sie Meister-Bafög beziehen kann, da ihre Ausbildungsgänge aufeinander aufbauen und sie sich weiter qualifiziert.

Mareike Schnieder (li.) hat jetzt Grund zur Freude: Sie bekommt Schüler-Bafög, bei Vanessa Schnieder ist die Sachlage komplizierter. Bei ihr wird geprüft, ob sie Meister-Bafög beziehen kann, da ihre Ausbildungsgänge aufeinander aufbauen und sie sich weiter qualifiziert.

Mareike Schnieder wird ihr Schüler-Bafög für die Dauer ihrer Erzieherinnen-Ausbildung am Berufskolleg weiter bekommen, Vanessa Mandera nicht. So das Ergebnis einer weiteren Prüfung durch das Bafög-Amt des Kreises. Der Fall der beiden Dorstenerinnen schlug nicht nur in Dorsten und im Kreis hohe Wellen. Florian Adamek, Pressesprecher der Vestischen Arbeit, hatte nämlich auf eine Gesetzeslücke hingewiesen, die mutmaßlich 400 weiterbildungswillige junge Menschen im Kreis treffen könnte. Danach rutscht durchs soziale Netz, wer um die 30 Jahre alt ist, sich weiterbilden möchte und während dieser Zeit Unterstützung durch das Job-Center beansprucht.

Das vom Job-Center beanstandete „Trauerspiel“ kann nun auch der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Sven Volmering nachvollziehen: „Ich habe nach Lesen des Artikels in der Dorstener Zeitung sogleich Erkundigungen über die Petition beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingeholt. Ich freue mich, mitteilen zu können, dass die Prüfung und Bearbeitung der Petition so gut wie abgeschlossen ist. Voraussichtlich im Herbst wird darüber beraten werden. Über das Ergebnis werde ich dann informieren.“ Die Petition hatte das Netzwerk Teilzeitberufsausbildung beim Bundestag eingereicht, damit die Gesetzeslücke geschlossen wird und sich „Absolvierung einer Ausbildung und Leistungsbezug nach Hartz IV nicht mehr gegenseitig ausschließen“.

"Einfacher" Fall

Bei Mareike Schnieder lag der Fall trotz ihres „fortgeschrittenen Alters“ von 31 Jahren einfach, da sie auch noch ihre zehnjährige Tochter allein erzieht und das Ausbildungsförderungsgesetz hier nach der Prüfung durch den Kreis eine Möglichkeit eröffnet, die ihr die ihre die bezahlte Weiterbildung zur Erzieherin erlaubt. Im Fall von Vanessa Mandera „sucht der Kreis noch eine Brücke, über die wir gemeinsam gehen können“: „Beide Seiten haben Fehler gemacht“, kommentiert Kreispressesprecher Jochem Manz. Man sei aber um eine einvernehmliche Lösung bemüht. Ein kleiner Lichtstreif ergibt sich für Vanessa Mandera, die angehende Erzieherin im letzten Schuljahr am Berufskolleg ist, duch die Möglichkeiten des Meister-Bafög. Es räumt älteren Absolventen bei einer aufbauenden Weiterbildung finanzielle Unterstützung ein. „Der Sachverhalt wird jetzt von unserer Fachaufsicht in Köln geprüft“, kommentierte Kreispressesprecher Jochem Manz.  

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