Der Anti-Rassismus-Bus fordert von seinen Fahrgästen Toleranz

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Wenn sich die Türen dieses Busses öffnen, ist dahinter kein Platz für Diskriminierung. Wer einsteigt, soll sich sicher fühlen. Jederzeit und im ganzen Vest Recklinghausen.

Dorsten

, 20.11.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in diesen Bus einsteigt, muss sich in Toleranz üben. Wer in diesen Bus eingestiegen ist, soll sicher sein vor Anfeindungen und Diskriminierungen. Wer mit diesem Bus fährt, ist willkommen, egal, woher er kommt, wie er aussieht, welche Muttersprache er spricht. „Wir sitzen alle in einem Bus“, sagen die St.-Ursula-Gymnasiasten, die dieses Statement künstlerisch umgesetzt und damit auf den Linienbus der Vestischen gebracht haben.

„Tür auf für Toleranz“ ist das Motto, das die Neuntklässler und ihre Kunstlehrerin Sabine Janotta für den Anti-Rassismus-Bus ausgesucht haben, der am Dienstagmittag zur Jungfernfahrt durch Dorsten startete. Ab sofort wird er auffällig durch Dorsten und das Vest Recklinghausen rollen. Neben der Verkehrsgesellschaft haben der Lions Club Dorsten-Hanse, das Stadtteilentwicklungsprojekt „Wir machen Mitte“, die Stadtinfo, das Jüdische Museum und das Design-Büro Marc Kiecok diese Aktion möglich gemacht.

In diesem Bus wird niemand beschimpft oder diskriminiert

Die Schüler, der stellvertretende Landrat Harald Nübel und Bürgermeister Tobias Stockhoff dankten diesen Sponsoren und luden sie zur ersten offiziellen Fahrt mit dem bunten Bus ein. Auch Bürger durften mitfahren und so ihre Solidarität mit dem Motto bekunden. Statt einer Linien-Info stand am Dienstag noch „Anti -Rassismus-Bus“ auf der Anzeigetafel des Busses.

Der Anti-Rassismus-Bus fordert von seinen Fahrgästen Toleranz

Die Diversity-Flagge fordert Tolrenz auf der ganzen Welt. © Petra Berkenbusch

Die Motive, ein lesbisches Paar, eine Diversity-Flagge sowie die Schriftzüge „Hier sitzen alle in einem Bus“, „Tür auf für Toleranz“ und „Rassismus? Nicht hinter diesen Türen“, sind im Schul-Projekt entstanden und liegen den Mädchen und Jungen sehr am Herzen. „In diesem Bus wird niemand beschimpft oder diskriminiert“, appellierten sie an alle potenziellen Fahrgäste.

Der Anti-Rassismus-Bus fordert von seinen Fahrgästen Toleranz

Die Aufschrift zeigt deutlich, was in diesem Bus nicht sein soll. © Petra Berkenbusch

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Artikel 3 des Grundgesetzes, dafür setzen die Schüler sich vehement ein, müsse von möglichst vielen Menschen im Alltag beachtet werden.

Landrat lobt die Schüler: „Ihr könnt stolz sein!“

„Ihr könnt stolz sein!“, lobte der stellvertretende Landrat Harald Nübel das Engagement der St.-Ursula-Schüler. Angesichts rechter Hetze und Gewalt in diesem Land, die geschürt werde von geistigen Brandstiftern, die sogar in Parlamenten säßen, mache die Schüler-Aktion Hoffnung.

Ihrem Bürgermeister haben die Gymnasiasten ein gutes Argument und Vorbild geliefert für die Einrichtung eines Fonds für Demokratiebildung, den er noch in diesem Jahr auf den Weg bringen will.

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