Schülerprojekt erinnert an Bombardierung

Vor 71 Jahren

"Dorsten ist meine Heimat und die Bombardierung am 22. März 1945 ist ein einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte." Katharina Thierhoff ist eine der Schüler und Schülerinnen, die sich zum 71. Jahrestags der Zerstörung Dorstens Ende des Zweiten Weltkriegs mit dem Thema „Flucht und Vertreibung gestern und heute“ auseinandergesetzt haben.

DORSTEN

, 22.03.2016, 16:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schülerprojekt erinnert an Bombardierung

Petrinum-Schüler präsentierten gestern die Ergebnisse ihrer Projektarbeit anlässlich der Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Bombardierung Dorstens.

Auf vier Platten erzählen die Schüler des Gymnasiums Petrinum vom Wahlpflichtfach Geschichte/Politik eine fortlaufende Geschichte unter dem thematischen Überbau "Meine Stadt ist zerstört... wo ist mein Zuhause". "Ich habe den Schülern lediglich Anreize gegeben. Das Konzept und die Gestaltung haben sie komplett in Eigenregie erarbeitet. Dabei hatten alle viel Spaß und auch heute sind trotz Osterferien viele gekommen, um ihre Ergebnisse zu präsentieren", so ihre Lehrerin Kathrin Stolzenburg.

Bei ihrer Projektarbeit zogen die Schüler auch Parallelen zur heutigen Flüchtlingssituation: "Sie sind in der gleichen Situation wie damals die Dorstener. Deshalb wollen wir jeden zum Mitfühlen aufrufen und ein Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit", so Maja Cappell.

"Irgendwas lag in der Luft"

Was sich die Projektteilnehmer genau bei der Gestaltung gedacht haben, erklärte Nick Mahnke den zahlreich erschienen Dorstenern. Dabei zitierte er aus dem Song "Heimat" von Sänger Johannes Oerding, der für ihn die Stimmungslage damals wie heute gut zum Ausdruck bringe: "Oh Heimat, schön wie du mich anlachst. Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden hab. Oh Heimat, wie du wieder aussiehst. Ich trag dich immer, immer bei mir wie'n Souvenir."

Margret Preutenborbeck (94) war 23 Jahre alt, als die Bomben über Dorsten fielen. Sie verschanzte sich sofort mit ihrer Familie im Keller. "Es lag irgendwas in der Luft. Wir liefen dann direkt in den Keller, wo der Boden von den Einschlägen vibrierte. Es war so ein schöner Frühlingsmorgen. Von der Stadt war danach nichts mehr zu sehen, nur noch Rauch."

Die Tafeln sind noch in den folgenden Tagen in der St.-Agatha Kirche ausgestellt.

Lesen Sie jetzt