Schützenfest mit Trauer in den Herzen

Schermbeck Der Tod des amtierenden Schützenkönigs Wilhelm Hülsmann machte Überlegungen erforderlich, ob und in welcher Form das nahende Schützenfest gefeiert werden sollte.

05.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einstimmig billigten Mittwochabend die Mitglieder der Kiliangilde Schermbeck von 1602 e. V. die Änderungsvorschläge des Vorstands.

80 Schützen in der Gaststätte Doernemann bei nur einem einzigen Tagesordnungspunkt: So voll war es in den letzten Jahren noch bei keiner Versammlung. Präsident Günther Beck stellte vierzehn Tage vor dem fünftägigen Volksfest die Änderungen im Festablauf vor, welche der Vorstand in mehreren Sitzungen erarbeitet hatte, um, so Beck, «das Kilianfest ohne Königspaar feiern zu können.»

Bei der Vorfeier, welche von der Gilde am 7. Juli veranstaltet wird, entfallen die Ehrentänze. Das für Kiliansamstag vorgesehene Kaiserschießen, das nach fünfjähriger Pause zum zweiten Male hätte stattfinden sollen, wird verschoben. Kaiser Lothar Vennhoff bliebt daher ein weiteres Jahr im Amt.

Die Weihe der Fahne, welche von der Volksbank gesponsert wurde, wird ebenso im kommenden Jahr stattfinden wie die Ehrungen zweier Schützen. Während der Kranzniederlegung am Ehrenmal wird Vorstandsmitglied Hermann Vengels im Rahmen seiner Ansprache des toten Königs in besonderer Weise gedenken, ganz im Sinne des Schützen Hans-Werner Winck, der eine Gedenkminute vorschlug.

Am Kiliansonntag findet das Treffen der Könige und Königinnen im Rahmen des Frühschoppens statt. Außerdem sollen die Goldkönigin Änne Schulte-Drevenack sowie das Silberkönigspaar Hermann Vengels und Edelgard Doernemann geehrt werden.

Die traditionelle Parade vor dem Rathaus wird am Sonntag entfallen. Auf die Königskutsche wird verzichtet. «Im Sinne des verstorbenen Königs und auf ausdrücklichen Wunsch der Angehörigen soll der Abend am Kiliansonntag stattfinden», stellte Präsident Beck fest. Allerdings werde es keinen Thron geben.

Neuer König

Am Kilianmontag wird die Schermbecker Gilde zur Mittagszeit nur mit einer kleinen Abordnung die Schwesterngilde auf der Vogelrute bei Große-Ruiken besuchen. Gegen 15.30 Uhr wird der neue König ermittelt sein. «Ab dann wird das Fest seinen normalen Ablauf nehmen», kündigte Günther Beck an. Auch der Dienstag werde wie in den letzten Jahren gefeiert.

Keine Stimmung

Zwei Vorschläge aus der Versammlung fanden keine Zustimmung. Heinz Schilds Empfehlung, eine Königskompanie zu gründen, wertete Präsident Beck als verfrüht.

Auch der Vorschlag des Ehrenschützen Franz Besten, das Königsschießen auf den Samstag vorzuziehen, stieß auf wenig Gegenliebe. H.Sch.

Lesen Sie jetzt