Schulgutachter weist angeblich gemachte Aussage zurück

Zum Schulentwicklungsplan

Nach dem politischen Hickhack um mutmaßliche Äußerungen und angebliche Empfehlungen von Hubertus Schober zur Zukunft der Wichernschule gibt sich der Schulgutachter der Projektgruppe "Bildung und Region" (Biregio) mit Sitz in Bonn bei Anfragen zum Thema eher zugeknöpft.

Dorsten

, 25.11.2015, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Zum Schulentwicklungsplan (SEP) 2015 bis 2021 will und kann ich nichts sagen“, entgegnete er am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. Und dann doch so viel: „Der Dorstener Verwaltung liegt der vorläufige Entwurf des SEP vor. Er enthält aber noch keine Handlungsempfehlungen, sondern nur Zahlen“, betont Schober. Die würden erst später eingebaut, nach den Diskussionen im politischen Raum.

Damit erstickt Schober hartnäckige Gerüchte im Keim, wonach der vorläufige Entwurf seines SEP „von Schließungen von Grundschulen und Teilstandorten in Dorsten“ abrate, gerade auch wegen der wachsenden Zahl von Flüchtlingskindern, die beschult werden müssen.

Diese Aussage, wenn sie denn wirklich so im Entwurf der Entwicklungsplanung stünde, würde die Zukunft der Wichernschule unmittelbar berühren und viele Eltern im Marienviertel begeistern. Jennifer Schug, eine der Vertreterinnen der Bürgerinitiative, hat auch schon vernommen, dass „die Zweizügigkeit der Wichernschule in den nächsten Jahren sicher Bestand“ habe. „Für die Weitergabe dieser Information habe ich von Seiten der CDU schon heftig Ärger bekommen.“

Ein Auslaufmodell?

Die Wichernschule soll bekanntermaßen nach mehrheitlichem Ratsbeschluss ein Auslaufmodell sein. Der Ratsbürgerentscheid, ob die Wichernschule geschlossen werden soll oder nicht, steht am 13. Dezember (Sonntag) bevor. „Die Wichernschule ist noch Bestandteil der aktualisierten Schulentwicklungsplanung“, erklärte Schulgutachter Hubertus Schober. 28 Anmeldungen fürs kommende Schuljahr überraschen ihn nicht. Sie wecken aber auch nicht seine Kommentierlust.

Warum die Stadtverwaltung den SEP-Entwurf trotz der neuen Entwicklungen in diesem Jahr nicht mehr aufs Tapet bringen will, obwohl der Schulausschuss erst am 22. Oktober getagt hat und die Möglichkeit bestanden hätte, beantwortete Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Die Prognosen sollen auf unseren Wunsch noch bis in die Jahre 2024/25 erweitert werden, außerdem muss der Gutachter die endgültigen Anmeldezahlen für die Grundschulen (Stichtag: 15. November) einbauen.“

Langsam reicht's

Sollte der Ratsbürgerentscheid zu Ungunsten der Wichernschule ausfallen, müsste auch das im Schulentwicklungsplan berücksichtigt werden, ergänzte Stockhoff seine Angaben. Die Gerüchte um mutmaßliche Aussagen des Schulgutachters zum aktuellen Schulentwicklungsplan empören den Bürgermeister indes: „Langsam reicht‘s.“

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