Schulsanierung in der Corona-Krise: Gute Idee, aber...

Coronavirus

Die Schulen in Dorsten sind wegen der Corona-Krise seit Wochen geschlossen, jetzt sind Osterferien. Zeit genug also, um wichtige Reparaturen zu erledigen. Doch so einfach ist das nicht.

Dorsten

, 09.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
In den Osterferien werden geplante Reparaturen in Schulen und Kitas durchgeführt

In den Osterferien werden geplante Reparaturen in Schulen und Kitas durchgeführt. Kurzfristig weitere Aufträge zu vergeben, ist schwierig. © Guido Bludau

In Krisenzeiten muss man praktisch denken. Da hatte Reinhard Siemon eine Idee, weil doch viele kleine Handwerksbetriebe gerade schwere Zeiten durchmachen. „Man könnte sie doch kurzfristig mit erforderlichen Reparatur- bzw. Sanierungsarbeiten in Schulen und Kitas beauftragen“, sagt der Dorstener.

Stadt investiert viel Geld

Doch da hat Reinhard Siemon die Rechnung ohne die Stadt gemacht. „Die Planungskapazitäten waren auch vor der Corona-Krise schon ausgeschöpft“, betont Stadtsprecher Ludger Böhne. „Aktuell investiert die Stadt Dorsten jedes Jahr zwischen fünf und zehn Millionen Euro, drei- bis fünfmal so viel wie 2016.“

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Die notwendigen Arbeiten in den Schulen werden laut Böhne auch ohne Sonderprogramm ausgeführt - vor allem in den Ferien, „da Schulen und Kindergärten ja nicht komplett geschlossen sind, sondern Notbetreuungen anbieten.“ Das Zentrale Gebäudemanagement versuche aber, einzelne Maßnahmen je nach Kapazität der beauftragten Firmen vorzuziehen, um Fertigstellungen zu „entzerren“.

Vergaberecht gilt nur in Ausnahmen nicht

Außerdem gilt, so Böhne: „Die aktuelle Situation setzt das Vergaberecht nicht komplett außer Kraft, das der Verwendung von Steuergeldern strenge Regeln auferlegt.“ Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei der Beschaffung von Schutzkleidung, sei das Vergaberecht gelockert worden.

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