Mit am schlechtesten bewerteten die Radfahrer beim ADFC-Klimatest in Dorsten die Ampelschaltung. © Laura Schulz-Gahmen (A)
ADFC-Fahrradklimatest

Schwachpunkt Ampelschaltung: Radfahrklima in Dorsten „ausreichend“

Die Durchschnittsnote bleibt gleich. Die Fahrradfreundlichkeit in Dorsten ist aus Sicht der Radfahrer „ausreichend“. Ein genauer Blick auf die Umfrage-Ergebnisse zeigt, wo es noch hakt.

Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert. Unter dem Strich steht für Dorsten wie vor zwei Jahren bei der ADFC-Umfrage zum Fahrradklima die Gesamtnote 3,8. Damit liegt Dorsten leicht besser als der Durchschnitt für Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern (4,0) und belegt deutschlandweit unter 110 Orten dieser Größenordnung Platz 37.

Wenn man sich die Ergebnisse der Befragung genauer anguckt, fällt zunächst auf, dass in Dorsten im Vergleich zu 2018 mehr als doppelt so viele Fahrradfahrer teilgenommen haben, 153 statt 65. Bärbel Pötsch, Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe Dorsten, freut sich über die deutlich gestiegene Teilnehmerzahl: „Das zeigt: Das Thema Radfahren ist in Dorsten angekommen.“

Stadtzentrum gut erreichbar, öffentliche Fahrräder fehlen

Im Vergleich besonders gut bewerten die Radfahrer die Aspekte Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,3), den Spaßfaktor (2,6), das generationenübergreifende Radfahren, die Möglichkeit, zügig zu fahren (je 2,7) und die Wegweisung für Radfahrer (2,8).

Am anderen Ende der Skala liegen das Angebot für öffentliche Fahrräder (5,1), die Ampelschaltung für Radfahrer (4,8), die fehlende Falschparkerkontrolle auf Radwegen und Fahrradmitnahmemöglichkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln (je 4,6). Auch bei Oberfläche und Breite der Radwege (je 4,4) sehen die Dorstener noch Potenzial. „Gerade bei der Breite der Wege wird es bei mehr Radfahrern Zeit, etwas zu tun“, findet Bärbel Pötsch.

Bärbel Pötsch, Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe, freut sich über das deutlich gestiegene Interesse an der Umfrage. © privat © privat

Die Radfahrer wurden auch befragt, welche der abgefragten Themen für sie am wichtigsten sind. Hier liegen die Bereiche Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer, Konflikte mit Kfz, Hindernisse auf Radwegen und das Sicherheitsgefühl ganz vorne. „Das Thema Sicherheit steht an oberster Stelle. Sicherheit kann aber nur mit einer guten Infrastruktur gewährleistet werden“, meint dazu Bärbel Pötsch.

Corona-Auswirkungen: Bedeutung des Fahrrads steigt

Besonders der Fragenbereich zum Stellenwert des Radfahrens zeigt, dass die befragten Radler hier Verbesserungspotenzial sehen. Neben der Ampelschaltung und der Falschparkerkontrolle finden sie auch, dass in jüngster Zeit nicht besonders viel für den Radverkehr getan wurde (4,3) und die Radwege selten gereinigt werden (4,2).

Die Umfrage beinhaltet in diesem Jahr auch fünf Aspekte bezüglich der Corona-Situation. Die Aussage „Bei uns wurden den Radfahrer*innen während der Corona-Zeit handfeste Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit gegeben“ verneinen die Dorstener eindeutig (Note 5,3). Die Bedeutung des Fahrrades ist für die Befragten dagegen in der Corona-Zeit eher gestiegen (Note 2,6).

„Es ist nicht alles schlecht, aber auch noch nicht alles gut“, fasst die ADFC-Sprecherin zusammen. Politik und Verwaltung sollten aus ihrer Sicht mit ihrem Mobilitätskonzept weiter an den Schwachstellen ansetzen und dabei auf Bürgerbeteiligung setzen.

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Bastian Becker

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