Selbst gemachter Kuchen ist der Favorit

Knaddel-Daddel

So einen grellen Partykuchen wie Marianne ihn von ihrer Mama zum Geburtstag bekommt, wird sicherlich keiner anderen Sechsjährigen in ganz Dorsten serviert: „Knaddel-Daddel ist in unserer Familie der große Hit“, stellt Maria-Theresia Heitmann ihre pikante Gebäckkreation auf den Küchentisch.

DEUTEN

von Von Anke Klapsing-Reich

, 12.09.2011, 12:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knaddel-Daddel – der Name hört sich so lustig an, wie der Kuchen aussieht: Ein braun gebackener Knubbel-Berg, der es dank Kräuterbutter, kleiner Schinken-Würfel und gerösteter Zwiebeln wahrhaft in sich hat. Ist es vielleicht die verdauungsfördernde Wirkung der Röstzwiebeln, die die lautmalerische Wortbildung „Knaddel-Daddel“ zu verantworten hat? „Ich habe wirklich keine Ahnung“, lacht Maria-Theresia Heitmann amüsiert. Seit vielen Jahren bewahre sie das Rezept, das ihr einst eine Landfrau zugesteckt habe, in ihrer Sammlung. Doch erst mit ihren Kindern – Christian, Franziska und Marianne – sei es zum Renner auf der Heitmannschen Speisekarte geworden.Nach dem Rezept gefragt Schon mancher Mitschüler hat begehrlich auf die Butterbrotbox der Heitmann-Kinder gelinst, wenn sie ihr Knaddel-Daddel-Schulfrühstück auspackten. „Es gab auch schon Anrufe von Müttern, die von ihren Kindern beauftragt waren, nach dem Rezept zu fragen“, teilt die Landfrau aus Deuten bereitwillig ihr Backwissen. Außerdem eignet sich das herzhafte Gebäck auch hervorragend als feste Beilage zum kühlen Bierchen am Abend. Als Maria-Theresia Heitmann in den landwirtschaftlichen Familienbetrieb am Deutener Weg mit Milchviehhaltung und Futteranbau einheiratete, war ihr die Branche nicht fremd: „Ich komme selber vom Hof und habe in Bocholt eine Ausbildung zur ländlichen Wirtschafterin absolviert.“ In ihrem Lehrbetrieb lernte sie die „Eis-Heiß-Sitte“ kennen, die sie bis heute in ihrer eigenen Familie pflegt: „Sonntags essen wir immer Suppe und Eis“, löffelt der Heitmann-Clan mit Genuss die sättigenden Suppen, wie Käsecreme-, Ofen- oder Möhrensüppchen aus.Immer drei Gänge Auch Ehemann Johannes und Schwiegervater Heinrich Heitmann haben sich mit dieser „schlanken“ Tradition prima arrangiert: „Zu meiner Kinderzeit hat meine Mutter sonntags immer drei Gänge – Suppe, Braten, Pudding – aufgetischt“, erinnert sich der Landwirt, „und nachmittags gab´s noch einige Stücke Kuchen obendrauf.“ Gäste sind auf dem Heitmann-Hof immer sehr willkommen.Knaddel-Daddel zum Geburtstag So ist es keine Seltenheit, dass neben der fünfköpfigen Familie plus Großvater und Schwager auch einige Schulfreunde und Nachbarkinder am Tisch Platz nehmen. Auch am Geburtstag von Nesthäkchen Marianne: Zu Ehren ihres großen Tages darf das fröhliche Mädchen als Erste in den Kuchen greifen, denn zur großen Freude der Kinder wird „Knaddel-Daddel“ nicht geschnitten, sondern vom Teller „gerupft“. Rupf, rupf, rupf – da hat es sich schon wieder ausgeknaddelt. Au-Weia! Doch die frischgebackene Erstklässlerin muss sich nicht um ihr Schulfrühstück am kommenden Morgen sorgen: Der nächste Knaddel-Daddel-Teig backt bereits im Ofen.  

Zutaten Hefeteig: 500 g Mehl, 1 P. Frischhefe, 1 Prise Salz, 1 Ei, 50 - 80 g Zucker, 50 - 80 g flüssige Butter,¼ l warme Milch.
Zubereitung: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verkneten. Diesen zu einem Rechteck (ca. 40 x 50 cm) ausrollen.
Belag: Den Teig mit 100 g Kräuterbutter bestreichen und mit 100 g gerösteten Zwiebeln und 100 bis 150 g gewürfelten Schinken belegen.
Zubereitung: Das Rechteck einmal längs durchschneiden und dann alle 2 cm quer in Streifen schneiden. Die Streifen zusammenklappen und noch einmal in entgegengesetzte Richtung zu einem W falten. Alle Teig-W´s mit der offenen Seite nach oben in eine mit Backpapier ausgelegte Tortenform nebeneinander schichten. Den Teig in der Form 1 Std. gehen lassen. Danach bei 180 Grad (Heißluft) 20 Minuten abbacken.

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