So feierte eine Großfamilie in Dorsten Weihnachten

Über 50 Personen

Weihnachten - das ist für die meisten Menschen ein Familienfest. Bei Familie Funke fällt das immer ein paar Nummern größer aus, Denn dann kommen mehr als 50 Personen zusammen - diesmal in Dorsten.

DORSTEN

, 27.12.2015, 14:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wir haben zu viel ‚Ihr Kinderlein, kommet' gesungen", sagt Agnes Rommelswinkel, eine der ältesten Teilnehmerinnen bei der Weihnachtsfeier der Familie Funke. Ursula Fleischer fügt lachend hinzu: "Unsere Rente ist gesichert." Denn seit den 60er-Jahren wächst die Anzahl der Gäste bei der traditionellen Weihnachtsfeier der Großfamilie Funke von Jahr zu Jahr.

Die Älteste ist 82, die beiden Jüngsten sind noch kein Jahr alt

Am 1. Weihnachtsfeiertag war es wieder soweit: Dieses Mal fand das Weihnachtstreffen mit rund 50 Personen bei Ingrid und Werner Winkel in der Feldmark statt. Mit dabei Geschwister, Nichten, Neffen und deren Kinder. Die älteste Teilnehmerin am Familientreffen zählt 82 Jahre, die beiden jüngsten sind in diesem Jahr geboren.

Es ging hoch her im Esszimmer, Wohnzimmer und Wintergarten des Hauses. "Alle packen mit an und helfen bei der Organisation", sagt Hausherr Werner Winkel. Der Abend begann um 17 Uhr mit einem reichhaltigen Abendessen. Jeder der Gäste brachte etwas mit: Rohkost, Schnitzel, Frikadellen, Würstchen, Chili con Carne, Obstsalat, Erdbeercreme... "Für eine einzelne Familie wäre die Bewirtung so vieler Gäste zuviel, darum leistet jeder einen Beitrag."

Nach dem Essen wurden Weihnachtslieder gesungen, begleitet von Ingrid Winkel am Klavier. Verschiedene Rate- und sonstige Spiele rundeten den Abend ab. Im Mittelpunkt stand aber die Geselligkeit, mit der ganzen Familie Weihnachten zu feiern. "Geschenke gibt es nicht", sagt Ingrid Winkel. "Das Geschenk ist das Beisammensein."

Beginn in den 60er-Jahren

Der Ursprung dieser außergewöhnlichen Familientradition liegt über 50 Jahre zurück. Bereits in den 60er Jahren haben Metzgermeister Hans Funke und seine Frau Agnes damit begonnen, den 1. Weihnachtstag mit allen Kindern, Schwiegersöhnen und Enkelkindern zu feiern. Agnes Funke hatte ein besonders herzliches Verhältnis zu ihren Schwiegersöhnen. Deshalb durfte jeder von ihnen seinen Wunsch äußern, welches Leibgericht er zu Weihnachten haben möchte. Somit kamen immer mindestens vier verschiedene Gerichte auf den Tisch.

Der Tag begann zur damaligen Zeit um 9 Uhr mit einem Frühstück und endete spät abends mit dem Singen von Weihnachtsliedern. Nicht selten blieben Passanten vor dem Wohnhaus der Funkes an der Essener Straße 8 stehen, um bei geöffneten Fenstern dem Gesang zu lauschen.

Ein Höhepunkt des Jahres

Diese Tradition wurde von der nächsten Generation übernommen und bis heute auf die bereits erwachsenen Enkelkinder der Eheleute Funke und deren Familien übertragen. Niemand aus der Großfamilie möchte auf dieses Highlight des Jahres verzichten. Trotz der umfangreichen Vorbereitungen wird großen Wert darauf gelegt, die Feiern zu Hause in gemütlicher Atmosphäre auszurichten. Ebenso außergewöhnlich wie diese Familientradition selbst ist es auch, dass alle zum Familienkreis gehörenden Personen in Dorsten wohnen.

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