„So gut wie nicht gehört“: Dorstener wundern sich über Sirenen-Alarm

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Der Sirenentest am Donnerstag hat bei Bürgern in einigen Dorstener Stadtteilen für Verwunderung gesorgt: Darüber, wie leise die Heultöne dort zu hören waren. Das hat laut Stadt einen Grund.

Dorsten

, 11.09.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Um 11 Uhr nicht erschrecken!“ - So warnten wir am Donnerstag (10.9.) unsere Leser auf den bundesweiten Probealarm-Tag vor. Doch der großangelegte Sirenentest entpuppte sich in Dorsten mehr als als laues denn als ein lautes Lüftchen.

In den weit mehr als 100 Kommentaren auf der Facebook-Seite unserer Zeitung beschwerten sich viele Bürger aus allen Stadtteilen, dass sie nur wenig von den heulenden Tönen mitbekommen hätten.

Holsterhausen: „Nähe Blauer See hätten wir bei Fenster zu oder bei laufendem Fernseher nix gehört.“ Barkenberg: „War so gut wie nichts zu hören, im Ernstfall sind wir arm dran.“ Deuten: „Leider war auch am Lasthausener Weg im Haus mit gekippten Fenstern nichts zu hören.“ Lembeck: „War Funkstille.“

„Im Katastrophenfall keine Chance“

Ein Leser schrieb: „Menschen mit Hörschwäche haben im Katastrophenfall so keine Chance.“ Aber in anderen Stadtteilen hörte sich die ganze Sache ganz anders an: Auf der Feldmark, auf der Hardt oder in Rhade, so bestätigten es die Kommentatoren, seien Sirenen laut genug zu hören gewesen.

Erst nach und nach werden bis 2025 digitale Sirenen in Dorsten installiert. Zuletzt wurde vor ein paar Wochen dieser Mast in Tönsholt aufgestellt.

Erst nach und nach werden bis 2025 digitale Sirenen in Dorsten installiert. Zuletzt wurde vor ein paar Wochen dieser Mast in Tönsholt aufgestellt. © Michael Klein

Dass es beim Warntag diese „Geräusch-Unterschiede“ in Dorsten gibt, hat einen Grund: Bislang ist nur ein geringer Teil der Sirenen auf die moderne Digitaltechnik mit den neuen charakteristischen drei Tönen umgestellt worden. „Der Endausbau Dorstens mit dann 57 Sirenen ist erst für das Jahr 2025 vorgesehen“, so Stadtsprecher Ludger Böhne. Wahrscheinlich seien die Sirenen erst bei flächendeckender Versorgung im ganzen Stadtgebiet wahrzunehmen.

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Sirenen sind laut Böhne nur eines von mehreren Instrumenten, um die Bürger im Katastrophenfall zu warnen. Neben Radio, TV, Online-Medien und digitale Info-Tafeln gibt es auch die Warn-Apps „NINA“und „Katwarn“. Doch wegen einer technischen Panne funktionierten letztere am Donnerstag gar nicht. Einen Alarm lösten sie auch bei den Dorstern nicht aus, aber gaben später immerhin Entwarnung.

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