So kann man sich vor der App-Kostenfalle schützen

Infos am Weltverbrauchertag

Auf den ersten Klick sind die „Free to play Games“ kostenlos. Aber in vielen Fällen verlangen sie schon bald vom Nutzer ihren Preis. Darauf macht die Dorstener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale anlässlich des Weltverbrauchertags (15. März) aufmerksam. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dorsten

, 14.03.2017, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Free to play" heißt nicht gleich kostenlos. Darauf macht Mechthild Clever-Schmitz von der Verbraucherzentrale aufmerksam.

"Free to play" heißt nicht gleich kostenlos. Darauf macht Mechthild Clever-Schmitz von der Verbraucherzentrale aufmerksam.

Was sind „Free to Play Games?

Diese Gratis-Spiele können zum Beispiel aus dem App-Store auf das Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden. Bekannte Spiele sind Candy Crush, Clash Royal oder Pokémon Go. Zunächst sind die Spiele tatsächlich kostenlos.

Wie kommt es, dass sich gerade Jugendliche dazu verleiten lassen, trotzdem Geld dafür auszugeben?

Wenn das geschenkte Kapital, Leben oder die Ressourcen verspielt sind, kann man manchmal nicht mehr weiterspielen. „Dann gibt es bei einigen Spielen zum Beispiel eine Zeitsperre von sechs Stunden“, berichtet Mechthild Clever-Schmitz von der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Dorsten. Die kann man dann nur umgehen, indem man zahlt. „Ganz perfide wird es, wenn Spiele in Gruppen gespielt werden. Dann entsteht auch noch der soziale Druck, weiterspielen zu müssen.“ Manchmal zahlt man auch für bessere Avatare oder höhere Levels. Für die Spiele-Macher ein einträgliches Geschäftsmodell: Allein im ersten Halbjahr 2016 verdienten Anbieter laut Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware rund 200 Millionen Euro mit In-App-Käufen bei Gratis-Spiele-Apps.

Wo liegt die Gefahr gerade für jugendliche Spieler?

Spieleinsätze werden abstrakt, zum Beispiel per Abbuchung über die Mobilfunkrechnung oder die Kreditkarte bezahlt. „So haben vor allem Kinder und Jugendliche oft kein Gefühl dafür, dass sie nicht nur Spiel- sondern reales Geld verspielen“, berichtet Mechthild Clever-Schmitz.

Was können Eltern tun, um später nicht mit einer hohen Handy- oder Kreditkartenabrechnung überrascht zu werden?

Es gibt mehrere Vorsorgemaßnahmen, die Eltern treffen können. Zum einen können sie kostenpflichtige App-Posten im Google-Play- oder im Apple-App-Store mit einem Passwortschutz versehen. Dazu muss man im Google-Play-Store unter Einstellungen auf „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ drücken und im Apple-App-Store dem Pfad „Einstellungen – Allgemein – Einschränkungen“ folgen. Im Store von Apple können In-App-Käufe auf diese Weise komplett deaktiviert werden. Dies ist im Play Store nicht möglich. Auch Prepaid-Karten sind ein Weg. „Dann können die Kinder oder Jugendlichen für 15 oder 25 Euro spielen“, erklärt Clever-Schmitz. Und wenn die Karte alle ist, dann ist sie alle. Das ermöglicht eine einfachere Kostenkontrolle. Auch der Zugriff auf das Kreditkartenkonto der Eltern sollte Kindern grundsätzlich verwehrt werden.

Wo gibt es weitere Informationsmöglichkeiten?

Einen Überblick, welche Anreize zum Geldausgeben sich in zehn Free to Play-Games finden, gibt es im Internet. Außerdem gibt es dort ein Merkplatt mit Tipps für Eltern. Das kann auch in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale, Julius-Ambrunn-Straße 10, abgeholt werden (Öffnungszeiten: montags, donnerstags von 10 bis 14 Uhr und 15 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr).

Gerade für Eltern mit jüngeren Kindern hat Mechthild Clever-Schmitz noch einen Tipp parat: einen Mediennutzungsvertrag abzuschließen. „Das Kind sieht, dass sich die Eltern mit seinen Interessen beschäftigt haben, sich Zeit genommen haben und ihm das Spielen nicht grundsätzlich verbieten wollen.“ Auf der kann ein Vertrag erstellt werden. Dabei können vorhandene Textbausteine wie auch eigene Formulierungen genutzt werden.

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