So lief in Dorsten der erste Einkaufstag mit der Maskenpflicht

rnCoronavirus

Seit Montag (27. April) gilt die Masken-Pflicht in Läden und auf Märkten. Auch in Dorsten mussten sich Geschäftsinhaber und Kunden erst einmal an die neuen Regeln und Vorschriften gewöhnen.

Dorsten

, 27.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schild am Eingang weist darauf hin: Besucher des Mercaden-Einkaufszentrums müssen ab 27. April (Montag) eine Schutzmaske tragen. Auch ich streife mein mintgrünes Stück Stoff über Mund und Nase. Passt, wackelt und hat Luft. Nur bin ich fast blind - denn meine Brille beschlägt sofort.

„Für mich keine Umstellung“

Deshalb erkenne ich nicht auf Anhieb die Frau, die mir im Untergeschoss entgegenkommt und mich nett begrüßt. Margarethe Matschinsky ist ebenfalls maskiert. Wie sie die Maskenpflicht findet, will ich wissen. „Ich trage schon seit Wochen Masken, wenn ich rausgehe, das ist für mich keine Umstellung“, betont sie. „Der Schutz ist wichtig.“

Jetzt lesen

Das meint auch die Dorstener Familie Nölle, die sich im Eingangsbereich die Hände desinfiziert. Für sie sind Situation und Straßenbild aber mehr als ungewohnt. „Wir sind heute nämlich das erste Mal seit längerer Zeit mal wieder in der Stadt, um etwas zu erledigen“, sagt Christian Nölle.

„Aber unsere Tochter Alissia kann sich so an die Maske gewöhnen“, meint seine Frau Sonja. Denn für die Viertklässlerin beginnt nächste Woche wieder der Unterricht an der Kardinal-von-Galen-Schule.

Auch am Stand der Gärtnerei Grebe auf dem Dorstener Wochenmarkt waren Verkäuferin und Kundin mundgeschützt.

Auch am Stand der Gärtnerei Grebe auf dem Dorstener Wochenmarkt waren Verkäuferin und Kundin mundgeschützt. © Michael Klein

In den meisten Geschäften in Dorsten ist an diesem Morgen nicht viel los - die Leute haben wohl noch etwas Berührungsängste vor den neuen Regeln. „Probleme hatten wir jedoch keine“, erklärt ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, der die Einhaltung der Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt überwacht. „Alle halten sich bislang an die Regeln“, sagt er, „man merkt aber, dass viele Menschen damit unzufrieden sind.“

„Unverbesserliche sind selten“

Während die Passanten ihre Masken zu Hause schnell wieder ablegen können, muss das Verkaufspersonal zum Teil den ganzen Arbeitstag über einen Mund-Nase-Schutz tragen. Das gilt auch für Margret Warich, Mitarbeiterin der Gärtnerei Grebe, an ihrem Marktstand. Und für ihre Kunden. „Es gibt immer ein paar Unverbesserliche, die sind aber ganz selten“, erklärt sie.

Das Maskentragen sei schwer für sie, sagt sie. „Anders als die Einzelhändler in ihren Geschäften muss ich mich hier viel bewegen und komme dabei sehr ins Schwitzen.“ Um 11.30 Uhr hat sie bereits zum dritten Mal die Maske gewechselt, „die werden heute Nachmittag alle sterilisiert.“.+

Auch am Montag gab es eine lange Schlange vor dem Mundschutz-Store in der Essener Straße.

Auch am Montag gab es eine lange Schlange vor dem Mundschutz-Store in der Essener Straße. © Michael Klein

Die Nachfrage nach Masken ist augenscheinlich sehr groß: Vor dem Schutzmasken-PopUp-Store an der Essener Straße steht den ganzen Morgen eine lange Warteschlange. „Zu bezahlbaren Preisen werden die Dinger ja langsam knapp“, sagt ein Passant, „in meiner Apotheke gab es keine mehr“. Am Donnerstag öffnet der Laden erneut, aber nur von 15 bis 18 Uhr.

In manchen Geschäftsfilialen fällt auf: Sind Kunden in den Läden, trägt das Verkaufspersonal die vorgeschrieben Masken, sind die Geschäfte leer, werden die Masken gerne auch mal nur „auf Halbmast“ um den Hals gehängt.

„Ich könnte sie auch gar nicht den ganzen Tag tragen“, sagt beispielsweise Petra Olschewski, die an der Kasse eines Getränkemarktes steht. „Irgendwann fangen die an zu jucken und meine Ohren tun weh.“

Zahlreiche Geschäft (auch hier die Mercaden) weisen am Eingang auf die neu geltende Mundschutzpflicht hin.

Zahlreiche Geschäft (auch hier die Mercaden) weisen am Eingang auf die neu geltende Mundschutzpflicht hin. © Michael Klein

Im Haushaltswarengeschäft Körmann sind Kunden und Mitarbeiter doppelt geschützt - durch Masken und durch einen Spuckschutz. Die Maskenpflicht empfindet Inhaber Andreas Körmann als „positiv“. „Auch wenn sie eine trügerische Sicherheit bietet.“ Denn: „Seitdem Kunden die Masken tragen müssen, meine einige, nicht mehr den nötigen Sicherheitsabstand einhalten zu müssen.“

Kein Lächeln mehr zu sehen

Auch beim Gartenbaubetrieb Dreckmann in der Feldmark, der derzeit der großen Nachfrage nach Gemüsepflanzen nachkommen muss, ist die Maske Pflicht. „In Gewächshäusern mit hoher Luftfeuchtigkeit ist das anstrengend“, sagt Chefin Elisabeth Dreckmann. Und dem Betriebsklima nicht zuträglich: „Es ist schade, dass man das Lächeln der Mitarbeiter unter der Maske nicht mehr sehen kann.“

Lesen Sie jetzt