So zeigt sich der Erfolg von Streetwork in Dorsten – ein Beispiel

rnSozialarbeit in Dorsten

Wie sich soziale Arbeit in Dorsten auszahlt, zeigt sich an einem Beispiel aus Wulfen-Barkenberg. Ein junger Mann bedankt sich auf besondere Weise für die Hilfe, der er selbst bekommen hat.

Wulfen-Barkenberg

, 12.08.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Constantin Wochnin (23) hat etwas Besonderes geleistet. Der langjährige Besucher von Winni Streetwork-Angeboten in Barkenberg bedankt sich auf besondere Weise für die Unterstützung und Begleitung, die ihm selbst in etwas schwierigeren Lebensabschnitten zuteil geworden ist. „Ich wollte etwas für die Gemeinschaft tun“, sagte er, als er jetzt mehr als 50 selbst genähte Mund-Nasen-Schutze der Wohnungslosenhilfe in Dorsten übergab.

Constantin Wochnin ist in Barkenberg aufgewachsen. Dort ist seit der sozialen Arbeit von Pater Winfried Pauly, der 2010 in ein Wohnviertel nach London wechselte, das Winni-Streetwork-Projekt zuhause. Es handelt sich um eine Anlaufstelle für Jugendliche und Heranwachsende im Ortsteil. Hier können sie in ihrer Freizeit andocken. Constantin Wochnin ist hier aufgewachsen, mit allen Problemen und Schwierigkeiten, die Jugendliche haben können.

Idee entwickelt und umgesetzt

Seit seinem 16. Lebensjahr hat Constantin Wochnin den Kontakt zu den Streetworkern gehalten. Thomas Witner, Leiter des Treffs, bestätigt das.

Zusammen mit Thomas Witner hat Wochnin die Idee umgesetzt, wie man etwas für andere Menschen in der Corona-Zeit tun kann. „Gesichtsschutze sind teuer, weil man sie ja auch regelmäßig wechseln muss. Ich habe mir dann überlegt, welche zu nähen“, sagt Wochnin.

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Ganz fremd ist ihm das Nähen nicht. Seine Mutter sei Schneiderin, sie habe er häufig beim Arbeiten beobachtet. „Sie hat mir dann auch Tipps gegeben und geholfen“, so Wochnin.

Den Stoff für die Masken lieferte indes das Winni-Streetwork-Projekt aus seinem Budget. Im Laufe der Zeit kamen etliche Mundschutze zusammen: „Schwarze für die Männer, gelbe mit Blümchen für die Frauen, aber auch eine Mixtur aus beiden Stoffen habe ich hinbekommen“, erzählt der 23-Jährige.

Soziale-medizinische Tätigkeit ist sein Wunsch

Letzte Woche also die Übergabe in Dorsten in den Räumen der Beratungsstelle an der Borkener Straße. Lena Reinmuth, Sozialpädagogin bei der Wohnungslosenhilfe, bedankte sich für die Unterstützung. Constantin Wochnin macht sich derweil Gedanken, was er beruflich tun kann.

„Ich würde gerne im medizinischen Bereich arbeiten“, sagt er. Nach seinem Realschulabschluss hat er die Fühler zu entsprechenden Bildungseinrichtungen ausgestreckt und sich auch beworben: „Mir fehlen aber praktische Erfahrungen, die andere Bewerber vorweisen konnten.“

Constantin Wochnin würde gerne eine Ausbildung zum Operations-Assistenten oder Notfallsanitäter machen, ein Praktikum könnte dazu beitragen, dass er bei künftigen Bewerbungen mehr Erfolg hat. An seinem Engagement soll es nicht scheitern – er setzt sich gerne für andere ein.

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