Spart das städtische Kulturangebot Stadtteile in Randlage aus?

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Bei unserer Online-Umfrage wurde das städtische Kulturangebot in Dorsten weitgehend gut bewertet. Ein Rhader sieht das anders. Sein Stadtteil und andere würden benachteiligt.

Dorsten

, 16.09.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei unserer Online-Umfrage im August zur Arbeit der Stadtverwaltung haben mehr als 40 Prozent der Teilnehmer das städtische Kulturangebot als „gerade richtig“ oder sogar „eher zu viel“ bewertet. Dirk Hartwich aus Rhade gehört zu denen, die das ganz anders sehen - zumindest wenn es um das Angebot in Randlage geht: „Das städtische- Kultur und Weiterbildungsangebot macht seit Jahren einen Bogen um Rhade und andere Dorstener Stadtteile, die jenseits der Mitte liegen“, sagt er.

Kultur und Bildung, meint der Bildungsobmann der Rhader SPD, könne man nicht trennen. Beides müsse in einer Flächenstadt wie Dorsten auch wohnungsnah angeboten werden. Deshalb müssten etwa Kinder- und Jugendtheater-Aufführungen sowie VHS-Kurse immer auch vor Ort angeboten werden.

Brief an die Beigeordnete

„Verwaltungshinweise, dass dort die Nachfrage nicht vorhanden sei, sind nicht zu akzeptieren“, so Hartwich. Interesse und Nachfrage müssten durch besondere Ansprachen und Werbung geweckt werden. Am Beispiel des aktuellen Kulturrucksack-Programms wolle man daran erinnern, „dass wir Rhader ein Teil Dorstens sind“, hat Hartwich vor einiger Zeit in einem Brief an die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal geschrieben.

Dirk Hartwich aus Rhade (l.), hier auf einem Archivbild, hätte gerne mehr städtische Kulturangebote in seinem Stadtteil.

Dirk Hartwich aus Rhade (l.), hier auf einem Archivbild, hätte gerne mehr städtische Kulturangebote in seinem Stadtteil. © Claudia Engel (Archiv)

Die Verwaltung hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren versucht, Rhader und Lembecker Einrichtungen zur Teilnahme am Kulturrucksack zu bewegen - ohne Erfolg. Die VHS werde nächstes Jahr einen erneuten Versuch starten. Man lasse Lembeck und Rhade bei der Planung kultureller Angebote „keineswegs außen vor“, heißt es von der Verwaltung mit Verweis auf JeKits-Angebote (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen) der Musikschule sowohl an der Urbanus- als auch der Don-Bosco-Schule, der Grünen Schule und der Wittenbrinkschule.

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Die Stadtbibliothek unterstütze außerdem die Büchereien in Lembeck und Rhade gemäß entsprechender Kooperationsverträge aus dem Jahr 2017, durch die „jährlich rund 2500 Euro in jeden nördlichen Stadtteil fließen. Und ein Puppentheaterstück soll demnächst auch wieder in Rhade auf die Bühne gebracht werden.

Kultur wird Thema im Rhader Bürgerforum

Ums kulturelle Angebot wird es wohl auch beim nächsten Rhader Bürgerforum gehen, das voraussichtlich Anfang November stattfindet. Verwaltungs-Mitarbeiterinnen aus dem Kultur-Bereich wollen dort ihre Pläne vorstellen und Wünsche abfragen. Nina Laubenthal hat in Vorbereitung auf die Stadtteilkonferenz zu einem Arbeitstreffen mit Vertretern des Bürgerforums und Verwaltungsmitarbeitern eingeladen.

Auch die Stadtagentur möchte den Norden stärker berücksichtigen. Denkbar seien vor allem kleinere Formate, weil für größere derzeit das Raumangebot fehle. Rhade bekomme außerdem im nächsten Jahr eine Stadtklänge-Veranstaltung und die Aufführung eines Theaterstückes sei ebenfalls geplant. Dezentralen VHS-Kursen stehe die VHS grundsätzlich „sehr aufgeschlossen“ gegenüber, so die Verwaltung. Die Realisierung hänge von den gewünschten Themen ab.

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