Die 23-jährige gehbehinderte Greta Schaefer aus Dorsten auf ihrem alten drei-rädrigen Fahrrad, das jetzt seinen Dienst aufgegeben hat. © Privat
Spendenaufruf

Spendenaktion: Viel Zuspruch für gehbehinderte junge Frau aus Dorsten

Eine Dorstenerin (23) ist stark gehbehindert. Ihr Traum: ein neues Therapie-Dreirad mit E-Antrieb. Da die Krankenkasse nicht zahlen will, hat sie eine Online-Spendenkampagne gestartet.

Greta Schaefer ist stark gehbehindert und deshalb in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt. Auf längeren Strecken ist die 23-Jährige auf den Rollstuhl angewiesen – oder auf ihr geliebtes altes dreirädriges Fahrrad. „Doch das hat jetzt leider ausgedient, außerdem hat mich das Treten zuletzt zu viel Kraft gekostet“, sagt sie. Deswegen möchte sich die 23-Jährige nun ein Therapierad mit E-Motor anschaffen. Und dafür benötigt sie finanzielle Unterstützung.

Greta Schaefer hat deswegen vor gut zwei Wochen einen Online-Spendenaufruf über die digitale Crowdfunding-Plattform „Gofundme“ gestartet (Stichwortsuche: Greta Schaefer). Denn das von ihr gewünschte Therapierad ist teuer.

Krankenkasse zahlt nicht

„Alleine kann ich die Ausgabe nicht bewältigen“, sagt sie. „Und die Kosten für das Rad werden aus mir nicht plausiblen Gründen weder von der Krankenkasse noch als Eingliederungshilfe vom Inklusionsamt bezuschusst oder übernommen.“

Für ihr „Traumrad“ hat die junge Dorstenerin bereits eine große Solidaritätswelle erfahren. 4.000 Euro benötigt die 23-Jährige, inzwischen hat sie mit gut 2.500 Euro an Spendenzusagen mehr als die Hälfte der Wegstrecke geschafft.

Greta Schaefer hat kürzlich ihre Ausbildung zur „Kauffrau für Büromanagement“ erfolgreich abgeschlossen, ist seitdem in einem Schermbecker Architekturbüro angestellt. Seit ihrer Geburt leidet sie an einer Spastik, aus der über die Jahre eine schwere Gehbehinderung erwachsen ist.

Mehrere Operationen

„Leider kann ich aufgrund mehrerer Operationen, durchgehender Schmerzen und fehlender Muskulatur keine lange Strecken mehr hinter mich bringen“, sagt sie. Ihr altes dreirädriges Rad war ihr bislang eine große Hilfe: „Doch auch dabei sind kleine Steigungen und vor allem längere Rückwege zu schmerzhafter Schwerstarbeit geworden.“

Ein motorisiertes Rad würde ihr den gewissen Grad an Freiheit wiedergeben. „Ich wäre flexibel, kann alleine entscheiden, wo ich hin fahren möchte und kann mich an Radtouren mit der Familie und mit Freunden beteiligen“, betont sie.

Zudem sei Radfahren für ihr körperliches Wohlbefinden und den Muskelaufbau wichtig.

Gebühren

Ein ebenfalls gehandicapter Bekannter hatte ihr „GoFundme“, eine der weltweit größten digitalen Spendenplattformen, ans Herz gelegt: „Er hat so das nötige Geld für einen Rollstuhl bekommen.“ Von den eingenommenen Spenden behält der gewerbliche Konzern als Gebühr pro Spende pauschal 25 Cent und weiter einen Prozentsatz vom Gesamtumsatz, der 2,90 Prozent beträgt.

Weiter schlägt die Plattform eine „freiwillige Spende“ für den Betrieb von „GoFundMe“ vor, der – wenn nicht gewollt – aus dem Spendendialog entfernt werden muss.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein