Mehrere - wohl unangemeldete - Müllberge türmen sich seit Tagen an der Glück-Auf-Straße. Nicht alles kann vom Entsorgungsbetrieb mitgenommen werden. © Stefan Diebäcker
Sperrmüll

Sperrmüll-Ärger auch in Hervest: „Dieser Berg hat ein Eigenleben“

Zwei wilde Müllkippen in Lembeck hat die Stadt gerade zur „Sauerei des Monats“ gekürt. Doch in Hervest ist es genauso schlimm. Anwohner glauben, dass „dieser Berg ein Eigenleben hat“.

Matratzen und Möbel, Unrat und Altkleider, Holz und Dämmwolle – an der Glück-Auf-Straße gibt es seit Tagen mehrere größere und kleinere Müllberge. Beschwerden von Anwohnern blieben bislang erfolglos. „Inzwischen entwickelt der größte Müllhaufen ein Eigenleben“, sagt ein Nachbar süffisant.

Will heißen: Der Berg wächst in die Breite, weil er nach Brauchbarem durchsucht wird. Und er wächst auch in die Höhe, weil immer wieder etwas „Neues“ hinzukommt. Die ursprünglichen Verursacher haben wohl keinen Termin mit dem Entsorgungsbetrieb ausgemacht, sodass der Sperrmüll vor sich hingammelt, Ratten und anderen Tieren Unterschlupf bieten könnte. Und einfach nicht schön aussieht.

Wilde Müllkippen sind in Dorsten ein großes Ärgernis. Erst am vergangenen Wochenende wurde zwei größere Ablagerungen in der Natur im Dorstener Norden entdeckt und von der Stadtverwaltung zur „Sauerei des Monats“ gekürt. Dabei hatte der Oktober gerade erst begonnen. Die Täter werden selten ermittelt, die Sorge vor einem Bußgeld ist offenbar gering. Da spart man sich offenbar gerne ein paar Euro Gebühr.

Sperrmüll wird sogar kostenlos abgeholt

Andreas Jung kann das Verhalten mancher Dorstener nicht verstehen. „Einmal pro Jahr holen wir den Sperrmüll sogar kostenlos ab“, sagt der Betriebsleiter des städtischen Entsorgungsbetriebes. „Jeder weitere Termin kostet 30 Euro.“ Wegen des großen Aufkommens seien aber Wartezeiten von etwa vier Wochen normal. „An der Glück-Auf-Straße wurde ein Termin für den 21. Oktober verabredet.“ Ob dieser Sperrmüll jetzt schon an der Straße liegt, ist unklar.

„Einmal pro Jahr holen wir den Sperrmüll sogar kostenlos ab.“

Andreas Jung (Entsorgungsbetrieb)

Der Entsorgungsbetrieb wird die Hervester Müllberge am Donnerstag beseitigen, aber nicht komplett. „Dämmwolle und imprägniertes Holz nehmen wir nicht mit, das macht nur ein Spezialunternehmen“, so Jung. Für die zusätzlichen Kosten kommen letztlich alle Gebührenzahler auf. Es sei denn, die Verursacher werden ermittelt.

Der Entsorgungsbetrieb hofft deshalb, dass Zeugen Hinweise auf die Müllsünder geben können – in Hervest und anderswo.

  • Abholtermine für Sperrmüll und Elektrogroßgeräte können Bürgerinnen und Bürger beim Entsorgungsbetrieb Dorsten unter den Rufnummern (02362) 66-5612 und (02362) 66-5613 vereinbaren.
  • Es sollten Wartezeiten von circa vier Wochen eingeplant werden. Der Sperrmüll kann auch kostenlos zum Entsorgungsbetrieb gebracht werden (Personalausweis mitbringen, maximal drei Kubikmeter täglich).
  • Wenn bei einer Haushaltsauflösung größere Mengen Sperrmüll anfallen, können Bürgerinnen und Bürger beim Entsorgungsbetrieb einen Container (gebührenpflichtig) bestellen.
Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
Zur Autorenseite
Stefan Diebäcker