Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Dorstener ein

Angebliche Vergewaltigung

"Vergewaltiger wurden gefilmt." Mit einem Überwachungsfoto und dieser Schlagzeile fahndete die Polizei im August 2012 nach zwei Männern aus Dorsten. Jetzt stellte sich heraus: Die Verdächtigen haben eine blütenreine Weste und sind gar keine Vergewaltiger! Die Ermittlungen wurden eingestellt.

DORSTEN/ESSEN

von Von Werner von Braunschweig

, 16.01.2013, 17:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Marler Strafverteidiger Siegmund Benecken und Karl-Heinz Göder, die das Duo vertreten, kritisieren vor allem die aus ihrer Sicht voreilige Foto-Fahndung. „Ein Mandant hatte sich bereits vor Veröffentlichung der Fotos entrüstet bei der Polizei gemeldet und erklärt, er wolle das Ganze aufklären“, so Benecken. Dazu muss man wissen: Das vermeintliche Opfer hatte die angebliche Vergewaltigungsgeschichte zu diesem Zeitpunkt bereits ausführlich im Netzwerk „Facebook“ gestreut - und die Männer an den Pranger gestellt.

Was der Anwalt nicht verstehen kann: Trotz der freiwilligen Meldung eines der Männer bei der Polizei erfolgte tags darauf die öffentliche Fahndungsmeldung der Polizei samt Foto, das das Dorstener Duo an einer Tankstelle an der Hürfeldhalde zeigt. Benecken: „Wie die Mandanten heute im Bekanntenkreis da stehen, kann sich wohl jeder vorstellen.“ Die Männer hatten von Anfang an eingeräumt, in der vermeintlichen Tatnacht zufällig auf die Frau getroffen zu sein und mit ihr danach im Auto eine „nette“ Liebesnacht gehabt zu haben - nichts anderes konnte letztlich auch die Essener Staatsanwaltschaft feststellen.

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