Stadt Dorsten bremst jetzt die vielen Sachspenden für die Flut-Opfer

Hochwasser

Viele Menschen in Dorsten wollen den Opfern der Hochwasserkatastrophe helfen. Doch die Stadtverwaltung bremst jetzt die vielen Sachspenden. Und sie berichtet auch von skurrilen Anrufen.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 19.07.2021, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Dorstener sammeln Spenden für die Flutopfer, sollten aber nicht auf eigene Faust in die Katastrophengebiete fahren.

Viele Dorstener sammeln Spenden für die Flutopfer, sollten aber nicht auf eigene Faust in die Katastrophengebiete fahren. © picture alliance / dpa

Menschen aus Dorsten haben Sachspenden für die Menschen in den Hochwassergebieten gesammelt. Spediteure, Landwirte und Lohnunternehmer helfen mit schwerem Gerät. Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß.

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Am Montag haben viele Bürger bei der Stadtverwaltung telefonisch oder per Mail (fluthilfe@dorsten.de) nachgefragt, wo sie Sachspenden abgeben können. „Die Hilfsangebote sind überwältigend. Die Frage nach einer Abgabestelle für Sachspenden können wir zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht beantworten“, wird Bürgermeister Tobias Stockhoff in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Die Stadtverwaltung habe entschieden, dass es aktuell noch keine zentrale Hilfsaktion geben wird.

Nicht die Verkehrswege blockieren

Der Grund: Die betroffenen Städte und Kreise, die Feuerwehr, die Polizei und die anderen Hilfsorganisationen flehen regelrecht darum, nicht mit kleinen und großen Privattransporten oder unangeforderten Hilfsaktionen die wenigen Verkehrswege zu blockieren und die Menschen dort vor Ort zu belasten.

Die umliegenden, nicht betroffenen Gemeinden der Umgebung haben bereits sehr umfassende Akuthilfe mit Kleidung und Möbeln geleistet. Die Lagerkapazitäten seien derzeit voll, melden viele Kommunen. Der dringende Rat, den in diesen Tagen nicht nur Dorstens Bürgermeister häufig ausspricht: „Bleiben Sie bitte zu Hause und warten Sie die konkreten Anforderungen ab.“

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Derzeit geht es ausschließlich um konkrete Hilfsangebote, die die umliegenden Gemeinden absetzen. So hat etwa die Handwerkskammer Koblenz eine Hotline eingerichtet, bei der man sich melden kann, um mit konkreten Hilfsangeboten wie Bereitstellung von Maschinen und Arbeitsmaterialien, Transport- oder Logistikmöglichkeiten, Sachspenden zu unterstützen: Tel. (0261) 398-251 oderhochwasserhilfe@hwk-koblenz.de.

Manche möchten auch ihren Sperrmüll loswerden

Tobias Stockhoff: „Sofern uns die Mitteilung erreicht, dass Sachspenden in Form von Kleidung oder Möbeln wieder erforderlich sind, werden wir hierüber informieren und dann auch die Koordination übernehmen.“ Der Bürgermeister berichtet auch von „einigen wenigen skurrilen Anrufen, in denen Leute sehr offensichtlich Sperrmüll abgeben wollten oder sogar Gegenstände zum Verkauf angeboten haben“.

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