Dorsten schenkt seinen fleißigen Verwaltungsmitarbeitern Freistunden

rnHohe Arbeitsbelastung

Einen riesigen Berg an Überstunden schieben die Mitarbeiter der Dorstener Stadtverwaltung vor sich her. Jetzt kommen noch ein paar Freistunden obendrauf - als Geschenk.

Dorsten

, 09.01.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 28.000 Überstunden haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Dorsten auf ihrem Arbeitszeitkonto angesammelt. Die Kolleginnen und Kollegen aus dem gewerblichen Bereich, der Kindergärten und der Feuerwehr sind in dieser Bilanz überhaupt noch nicht aufgeführt. Das große Engagement ihrer Kolleginnen und Kollegen war der Stadtspitze zum Jahreswechsel eine Belohnung wert.

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Alle Mitarbeiter haben für das Jahr 2020 eine zusätzliche Zeitgutschrift im Umfang von einem Fünftel der wöchentlichen Arbeitszeit bekommen. Vollzeitkräfte können also in diesem Jahr einen Tag (= 8 Stunden) zu Hause bleiben, Teilzeitkräfte einen halben Tag (= 4 Stunden).

Anerkennung für hervorragende Leistungen

„Diese Zeitgutschrift hat der Bürgermeister auf Vorschlag des Personalrates und nach Beratung im Verwaltungsvorstand beschlossen“, bestätigte Stadtsprecher Ludger Böhne auf Anfrage. „Sie soll Ausdruck der Anerkennung sein für die hervorragenden Leistungen trotz dünner Personaldecke und hoher Arbeitsbelastung und –verdichtung insbesondere im vergangenen Jahr.“

Die Stadtspitze würdigt laut Böhne auch, dass viele Mitarbeiter auch außerhalb der erfassten Zeiten arbeiten - „und sei es nur, dass sie als Mitarbeiter der Stadt Dorsten angesprochen werden. Vor allem dann, wenn sie in Dorsten wohnen“, so Böhne.

Die Zeitgutschrift ist einmalig

Der Stadtsprecher betont, dass dieses Zeitgeschenk „einmalig“ ist. Gleichwohl gibt es schon seit der Amtzeit von Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst eine Dienstvereinbarung über eine jährliche Stundengutschrift. Die Freizeit-Belohnung für das Jahr 2019 erfolgt zusätzlich, bestätigte Böhne.

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Die Arbeitsbelastung in der Stadtverwaltung ist in den letzten Jahren immer wieder Thema gewesen. Stellen waren nicht oder erst nach längerer Zeit wiederbesetzt worden, um die Vorgaben der Bezirksregierung erfüllen zu können. Zuletzt hat der Stadtrat im November 2019 beschlossen, 15 bis 20 Stellen zumindest vorläufig nicht wiederzubesetzen.

Kritik von Personalrat und Gewerkschaft

Personalratsvorsitzende Waldtraud Hadick, für die im Frühjahr ein Nachfolger gewählt wird, hat in den vergangenen Jahren mehrfach auf die hohe Arbeitsbelastung in vielen Bereichen der Stadtverwaltung hingewiesen.

Im September 2019 hatte die Gewerkschaft Komba in einem internen Schreiben kritisiert, dass der Stadtspitze das Fingerspitzengefühl für die Kollegen fehlt, die „jetzt schon am Limit sind“. Daraufhin war es zu einem „Schlichtungsgespräch“ mit dem Bürgermeister gekommen.

Komba-Vorsitzender André Sänger hatte im Herbst betont, dass „gemeinsam mit der Stadtspitze konstruktiv an Lösungen gearbeitet“ werden müsse. Die Zeitgutschrift für 2020 ist womöglich ein Ergebnis dieser Annäherung.

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