Stadt Dorsten zahlt 500 Euro Belohnung für Hinweise auf Graffiti-Schmierer

rnIllegale Graffiti

Der oder die Täter drücken der Stadt buschstäblich ihren Stempel auf. Die Verwaltung bringt jeden Vorfall zur Anzeige. Wird der Täter gefasst, droht im die dicke Rechnung.

Dorsten

, 20.10.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer mit offenen Augen durch die Dorstener Innenstadt geht und explitzit drauf achtet, sieht sie nahezu an jeder Häuserwand. Sprayer und Tagger hinterlassen ihre Spuren in der Stadt. Was als künstlerische Auftragsarbeit durchaus zur Verschönerung beiträgt, ist umso ärgerlicher, wenn es offensichtlich nur darum geht, der Stadt buchstäblich seinen Stempel aufzudrücken.

Ein sogenanntes Tag ist eine in der Regel einfarbige und oft mit Schnörkeln versehene Graffiti-Signatur, die gesprüht oder mit Edding aufgebracht wird. Die Stadt Dorsten hat im Juli Anzeige erstattet und 500 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, nachdem ein Tagger die nagelneue Innenstadtmöblierung verschandelt hatte.

VHS-Dach und Wohnhaus beschmiert

Das scheint den oder die Täter aber nicht weiter zu jucken. Im Gegenteil: Ein Leser wandte sich zuletzt an die Redaktion, nachdem es auch sein Haus erwischt hatte: „Ich kam aus dem Urlaub und sah, dass dieses ‚Dreamz‘ jetzt auch an unsere Hauswand geschmiert wurde. Auf dem VHS-Dach ist auch alles voll mit Schriftzeichen. Und wer übernimmt die Rechnung für die Reinigung?“, fragt der Leser und schiebt die Antwort gleich hinterher: „Der Steuerzahler!“

Stadt Dorsten zahlt 500 Euro Belohnung für Hinweise auf Graffiti-Schmierer

Auch das VHS-Dach wurde großflächig beschmiert. © Robert Wojtasik

500 Euro Belohnung zahlt die Stadt weiterhin für Hinweise, die zur Ergreifung des Sprayers führen. Die Stadtverwaltung bittet darum, Hinweise jeglicher Art direkt an die Polizei oder per Mail ans Tiefbauamt weiterzugeben.

Jetzt lesen

„Die Stadt Dorsten weist darauf hin, dass es sich bei jeglicher Art illegalen Graffitis um kein Kavalierdelikt handelt, sondern um Sachbeschädigung und somit um eine Straftat“, teilte die Pressestelle mit. „Letztlich schaden Sprayer auch den Bürgerinnen und Bürgern, wenn sie städtisches Eigentum illegal besprühen.“

Wird der Sprayer gefasst, kann es teuer für ihn werden

Die Stadt stellt nach solchen Verschandelungen grundsätzlich Strafanzeige und kündigte an, bei Ergreifung des Täters auch entsprechende Regressansprüche geltend zu machen. Heißt: Dem Sprayer droht die dicke Rechnung, sollten ihm die zahlreichen illegalen Graffiti nachgewiesen werden können.

Auch sorge die Stadt „immer für eine möglichst schnelle Beseitigung von illegalen Graffitis“, sagt Christoph Winkel von der städtischen Pressestelle. Einige Gebäude seien zudem mit einer Oberflächenbeschichtung geschützt, um Graffiti leichter, effektiver und somit möglichst kostengünstig entfernen zu können.

Lesen Sie jetzt