Stadt hilft, das Schicksal von vermissten Katzen aufzuklären

Fundtiere

Es ist der Albtraum von Katzenbesitzern: Die Fellnase kommt nach ihrem nächtlichen Streifzug nicht zurück. Oft bleibt das Schicksal des Lieblings im Dunkeln. Wie ein Chiplesegerät hilft.

Dorsten

, 26.08.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Freigängerkatzen leben gefährlich. Autofahrer sehen die Tiere oft zu spät.

Freigängerkatzen leben gefährlich. Autofahrer sehen die Tiere oft zu spät. © dpa

Viele Katzenhalter lassen ihre Tiere chipen, bevor sie sie nach draußen lassen. Der Tierarzt setzt einen kleinen Transponder unter die Haut des Tieres. Mit einem Scanner kann dann eine Kennung aus dem Chip ausgelesen werden. Diese Kennung ist in einer Datenbank mit dem registrierten Halter verknüpft. Die Idee: Fundtiere können so schneller ihrem Besitzer zugeordnet werden.

Jetzt lesen

Conny Sander nutzt Chipleser, um überfahrene Tiere identifizieren zu können. Seit Oktober 2019 kümmert sie sich neben ihrem Streunerkatzen-Projekt auch um Katzen, die leblos am Straßenrand aufgefunden werden. „Es ist eine Überwindungssache“, gesteht sie. „Ich zähle bis drei und packe das Tier dann in einen Karton.“ Anschließend bringt sie den Kadaver zum Tierarzt. Von dort wird er dann ins Tierkrematorium gebracht und verbrannt, die Asche verstreut.

Stadt hat Lesegeräte angeschafft

Die Tierschützerin plädierte bei der Stadt für diesen Umgang mit überfahrenen Katzen, damit Besitzer erfahren können, was ihrem Vierbeiner zugestoßen ist. Die Stadt hat im Juli fünf Geräte zu je knapp 50 Euro für Entsorgungsbetrieb und Ordnungsamt angeschafft. Die Mitarbeiter lesen die Nummer von verendeten Katzen nun aus und übermitteln diese ans Tierheim. Die Tierschützer ermitteln die Halter und informieren sie über das Schicksal ihres Freigängers.

Tierschützer raten dazu, auch Stubentiger beziehungsweise Wohnungskatzen zu registrieren, denn auch die können weglaufen. Häufig werde Conny Sander nicht gerufen, um überfahrene Katzen einzusammeln. „Viele bleiben unentdeckt“, weiß Sander. Denn angefahrene Katzen verstecken sich und bleiben nur selten auf dem Bürgersteig oder am Seitenstreifen liegen.
Lesen Sie jetzt