Doch keine privaten Leasing-Verträge für iPads in Schulen? Stadt rudert zurück

rnDigitaler Unterricht

Für ihre Idee, Eltern von Schulkindern zum Abschluss privater Leasing-Verträge für iPads zu zwingen, hat die Stadt Dorsten viel Gegenwind bekommen. Jetzt rudert die Verwaltung zurück.

Dorsten

, 28.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Plan der Stadtverwaltung, Eltern zum Abschluss eines privaten Leasing-Vertrags zu verpflichten, damit irgendwann einmal alle Kinder in städtischen Schulen im Unterricht mit einem Apple-Tablet arbeiten können, hat für Wirbel gesorgt. Die SPD lässt zurzeit prüfen, ob der entsprechende Ratsbeschluss überhaupt rechtmäßig ist (DZ+).

Knackpunkt ist das von der Stadt erstellte „Konzept zur Implementierung einer digitalen Infrastruktur und informationstechnischen Ausstattung der Schulen in städtischer Trägerschaft“. Unter dem Punkt „Ausblick“ steht darin: „Um den Anspruch einer digitalen Lernkultur gerecht zu werden, sind mittelfristig 1:1 iPad-Klassen einzuführen. Dazu erhält jedes Schulkind sein eigenes iPad.“

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Wie die Stadt sich die Finanzierung vorstellt, ist dort auch aufgeführt: „Die Finanzierung erfolgt als Leasing. Das Vertragsverhältnis besteht zwischen Leasinggeber und den Eltern der Schulkinder als Leasingnehmer. Die Stadt Dorsten ist an dem Vertragsverhältnis nicht beteiligt.“ Kein Konjunktiv, keine alternativen Vorschläge. iPad-Klassen sind mittelfristig einzuführen. Punkt.

Hier geht‘s zur vollständigen Stellungnahme der Stadt, die auch als Elternbrief verschickt wird.

Der Rat hat das Konzept im Dezember beschlossen. Beziehungsweise hat er ihm lediglich zugestimmt - so lautet zumindest die Lesart der Verwaltung. Und Zustimmung ist nicht gleich Beschluss, wie die Stadt sechs Wochen später auf Nachfrage betont: „Die Zustimmung des Rates bedeutet keinen endgültigen Beschluss des Konzepts.“

Beschluss, Zustimmung, Ausblick...

Die Politik habe der Verwaltung nur einen „Handlungsrahmen für die Ausstattung der Schulen“ gegeben, argumentiert die Stadt. Dieser Rahmen finde sich wieder im zweiten Teil des Beschlusses, wonach der Rat die Verwaltung beauftragt hat, einen Medienentwicklungsplan für die städtischen Schulen zu erarbeiten.

In diesen Medienentwicklungsplan soll laut Beschluss das nun offenbar also nicht beschlossene Konzept dann aber doch wieder integriert werden. „Inwieweit die im ‚Ausblick‘ skizzierte mittel- bis langfristige Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler im Medienentwicklungsplan endgültig beantwortet wird, ist derzeit noch nicht absehbar“, so die Stadt.

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SPD, Grüne und Linke hatten von Beginn an ein Problem mit dem vorgelegten Konzept der Stadt. Im Schulausschuss habe man lange über das Thema diskutiert, sagt Jennifer Schug (SPD). „Die Verwaltung konnte viele Detailfragen nicht beantworten. Aber wir freuen uns, dass die Verwaltung zu der Einsicht gekommen ist, dass es doch nicht so unkompliziert ist, wie es in den Sitzungen diskutiert und uns vor den Kopf geknallt wurde.“

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