Statutentreuer Single und Gäste aus Amerika

15.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schermbeck Kilianer sind hilfreiche Menschen. Davon konnte sich der Altschermbecker Offiziersadjutant Heiner Hegemann schon vor Kilian überzeugen. Er hatte bemerkt, dass die Schwesterngilde ihren Vogel probeweise auf der Vogelrute am Waldweg aufgehängt hatte und fasste den beherzten Entschluss, den Vogel zu stehlen, um ihn später gegen Fassbier einzutauschen. Erst musste eine Leiter her. Hegemann hatte Glück. Einen Steinwurf entfernt wohnt Jens Hecheltjen, junger Offizier der Schwesterngilde. Er stellte spontan die Leiter zur Verfügung. Von so viel Freundschaftsdienst übermannt, nahm Hegemann vom Diebstahl Abstand. Glück gehabt, Jens! Die Strafe am Bataillonsnachmittag ist schon schlimm genug.

Nach dem Tod des engagierten Kilianers Dieter Schulte-Drevenack schien eine Zeitlang die Tradition des Schützenfrühstücks am Montag gefährdet. Inzwischen ist das Problem gelöst. Sohn Hendrik setzt die Tradition fort: Zusammen mit seiner Mutter Birgit wird er heute dazu beitragen, dass die übernächtigten Kilianer aufgepäppelt werden.

Die Kinderbelustigung an der Vogelrute wird seit 1994 von Dieter Grebenstein organisiert. Auch heute leitet er ab 12 Uhr das Vergnügen für die Kinder, unterstützt von seiner Frau Liesel und von der Familie Hendrich.

Undank ist der Welten Lohn. Die Altschermbecker Kilianer beschwerten sich beim Vorstandsmitglied Ulli Halbsguth von der Schwesterngilde, weil er eine Kiste warmes Bier geliefert hatte als Dankeschön dafür, dass die Schermbecker nun schon zum zweiten Male ihre Schützenfahne neben drei Altschermbecker Fahnen am Turm von St. Ludgerus hissen durften. Halbsguth ließ sich nicht lumpen und bestellte eine - kalte - Runde.

Die weiteste Anreise zum Kilianfest hatten Linda und Greg Kolar aus West-Virginia. Sie bleiben eine Woche bei den Eltern von Lenja Niesen. Die Schülerin wohnte im Rahmen ihres Auslandsbesuches zehn Monate bei Familie Kolar. Die Amerikaner zeigten sich vom Brauchtum sichtlich beeindruckt.

Die Tradition, dass Kilianer keine weiblichen Mitglieder mitmarschieren lassen, scheint bei den Mühlenteich-Kilianern auch für die nächste Generation gesichert. Statuten seien wichtiger als die Emanzipation, stand für Philipp Nuyken eindeutig fest. Den stellvertretenden Präsidenten des 2005 gegründeten Jungschützenzuges konnte auch die Aussicht, als Single neben einer hübschen Kilianerin zu marschieren, nicht von seiner statutengetreuen Meinung abbringen. H.Sch.

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