Steag interessiert an Stadtkraftwerk von Ingenieur aus Dorsten

rnStromversorgung

Vor knapp zwei Wochen hat Johannes Krecher sein regeneratives Stadtkraftwerk vorgestellt. Der Ingenieur aus Dorsten hat seitdem eine Menge Anfragen bekommen.

Dorsten, Rhade

, 08.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Johannes Krecher aus Dorsten ist Ingenieur. Seit ein paar Jahren ist er im Ruhestand. Trotzdem tüftelt der ehemalige Konstrukteur der Firma Babcock in Oberhausen weiter an Ideen, wie er die Stromversorgung der Städte revolutionieren kann und dafür sogar alte Kohlekraftwerkstandorte genutzt werden könnten, ohne dass die Umwelt belastet wird.

Zwei Jahre dauerte der Gedankenprozess, bis die Idee vom regenerativen Stadtkraftwerk, das zu 100 Prozent mit Energie aus Biomasse, Windkraft oder Solarenergie betrieben werden kann, Gestalt annahm und nun in die Erprobungsphase gehen könnte. Allerdings fehlten dem 82-Jährigen aus Dorsten trotz zahlreicher Vorstöße bislang geeignete Partner und auch Geldgeber, um das Kraftwerk nach dem Vorbild der Alpen-Speicherkraftwerke mit vielen Dorstener Zutaten bauen zu können.

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Nach einem Bericht in der Dorstener Zeitung am 24. Februar steht das Telefon von Johannes Krecher nicht mehr still: „Es gibt viele Interessenten“, freut er sich. Er habe Anfragen von Firmen oder anderen Konstrukteuren aus Norddeutschland, aus Niederösterreich aus Bayern und aus Essen bekommen. Für weitere Verbreitung möchte Krecher nun auch bei seinem Verband, dem Verein Deutscher Ingenieure, sorgen: „Dort steht eine Fachtagung bevor“, sagte er auf unsere Anfrage.

Einzelpersonen und Firmen sind interessiert

Doch schon zuvor war die Resonanz groß. Neben Einzelpersonen, einem Bauingenieur aus Haltern, der in Oldenburg für eine Wohngesellschaft den Bau einer Siedlung mit 150 Wohnungen plant, die autonom mit Strom versorgt werden sollen, waren auch Angebote von anderen Technikern darunter, die die Planung und Ausführung eines solchen Projektes begleiten könnten.

Das kann der 82-Jährige nämlich nicht allein: „Ich bin ein Ingenieur, der was bauen will“, so Krecher. Außerdem fehlten ihm die digitalen Kenntnisse: „Ich arbeite am Reißbrett.“

Steag in Essen in neugierig geworden

Krechers Pläne haben dennoch die Neugierde bei der Steag in Essen geweckt. Daniel Mühlenfeld, Sprecher des Unternehmens, das deutschlandweit Kraftwerksstandorte betreibt und nach Alternativen nach dem Kohleausstieg sucht, sagte auf unsere Anfrage: „Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung hält das Konzept von Herrn Krecher für schlüssig.“ Die Funktionsweise des Kraftwerkes, das dezentrale und erneuerbare Energien mit Speichertechnik zusammenbringt, sei „plausibel“. „Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung wird sich mit Herrn Krecher in Verbindung setzen“, sagt Mühlenfeld. Dann wolle man einen Termin mit dem Dorstener vereinbaren.

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