Stephan Geislers Kunst polarisiert

Galerie Virtuell-Visuell

Ein Neo-Barocker Ironiker stellt aus: So bezeichnete Kunsthistoriker Georg Mallitz aus Bochum den Künstler Stephan Geisler in seiner Einführungsrede zur Vernissage der Ausstellung „Eierdiebe“ und machte mit dieser Formulierung gleichzeitig klar, dass dieser Kunstschaffende so einfach nicht einzuordnen ist.

von Von Ralf Pieper

, 16.05.2011, 17:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seit Sonntag sind die Bilder von Stephan Geisler in den Galerie-Räumen von Virtuell-Visuell zu sehen

Seit Sonntag sind die Bilder von Stephan Geisler in den Galerie-Räumen von Virtuell-Visuell zu sehen

Geisler bevorzugt die Darstellung des in der Kunst klassischen Körpers. Großes handwerkliches Können, Spieltrieb und die Lust an der Kunst zeichnen seine Werke ebenso aus wie eine gehörige Portion Humor und Ironie. Stephan Geislers Malerei ist nicht einfach zu erfassen. Ineinander verwobene Linien, sich zusammensetzende Farbflecken, die Verwendung von Stoffen und Sprühlacken, Spielereien mit Sprache und Chiffren lassen Raum für Interpretationen. Kraftvolle Farben und kontrastierendes Schwarz ziehen den Betrachter in den Bann.

Gegenständliches zerfällt bei näherer Betrachtung in zahlreiche Abstraktionen. Mit jedem Blick tauchen neue Geheimnisse auf. Das Dorstener Publikum reagierte ganz unterschiedlich auf Stephan Geislers Kunst. „Schwierig“ sagten die einen, „überwältigend“ meinten die anderen. „Kunst ist nicht einfach Kunst, weil sie dort an der Wand hängt“, erklärte Georg Mallitz. „Kunst entsteht erst unter der Voraussetzung, dass sich der Betrachter öffnet.“ Wenn man sich der Malerei von Stephan Geisler öffnet, taucht man ein in eine bunte Welt voller Faszination und Anekdoten. „Stephan Geisler ist kein politischer Künstler, sondern einfach ein richtig guter Maler“, schloss Kunsthistoriker Mallitz ab.

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