Stiftungsgründer Manfred Przybylski : Aus Dorsten zog es ihn in die ganze Welt

rnKinderferienstiftung

Reisen sind sein Geschäftsmodell und seine Leidenschaft. Damit auch Kinder verreisen können, hat Manfred Przybylski vor 40 Jahren in Dorsten eine Stiftung gegründet.

Dorsten

, 22.09.2019, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist die Zeit der Jubiläen für Manfred Przybylski. Im nächsten Jahr wird er 80. Er ist seit 60 Jahren in der CDU, seit 50 Jahren selbstständig, hat vor zehn Jahren noch einmal eine Firma gegründet. Und im November feiert er das 40-jährige Bestehen der Dorstener Kinder- und Jugendferienstiftung.

„Arbeit hält jung“, konstatiert der agile Przybylski, der im idyllischen Scheidegg im Allgäu die Nähe zu Bodensee und Alpen genießt - weit entfernt allerdings von einem klassischen Rentnerdasein.

Der umtriebige Unternehmer ist ein echtes Kind des Ruhrgebiets. 1940 in Duisburg-Hamborn geboren, absolvierte der jüngste Sohn der Familie zunächst eine Bergmannslehre, aber es zog den jungen Mann ins Soziale. Nach dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg studierte er Sozialarbeit.

Erster Geschäftsführer des Friedensdorfs Oberhausen

In den 60er-Jahren leitete er das Essener Carl-Duisberg-Haus, eine Ausbildungsstätte für Führungskräfte aus Entwicklungsländern.

Stiftungsgründer Manfred Przybylski : Aus Dorsten zog es ihn in die ganze Welt

Der junge Kommunalpolitiker. © privat

Das Friedensdorf Oberhausen war die nächste Adresse: Manfred Przybylski war der erste Geschäftsführer der Einrichtung, die sich zu Beginn vornehmlich um die unschuldigen Opfer des grausamen Vietnamkriegs kümmerte. „Ich habe dieses Leid nicht lange ausgehalten“, erzählt der 79-Jährige, der damals noch nicht ahnen konnte, dass ihn das Leid von Kindern in seinem späteren Leben zur Gründung einer Stiftung bewegen würde.

Von der touristisch begabten Werbeagentur zur Reiseunternehmen

Am 1. April 1969 gründete er eine Werbeagentur. Er war inzwischen in Dorsten angekommen. „PR Buch und Ton“ machte Öffentlichkeitsarbeit für kirchliche, kulturelle und politische Verbände - und veranstaltete Gruppenreisen. 1972 hob er das Reiseunternehmen Ultramar aus der Taufe, „obwohl ich vom Reisegeschäft gar keine Ahnung hatte“, blickt er lachend zurück.

Mexiko, China, Russland - Reisen für große Gruppen waren sein Spezialgebiet. Über 170 Länder hat er selbst bereist, in einigen auch vorübergehend gelebt. Zum Beispiel in Italien am Comer See, wo er von 1994 bis 2008 als Direktor der Konrad-Adenauer-Stiftung Griante-Cadenabbia fungierte.

Überall hat Przybylski Spuren hinterlassen. Auch in Scheidegg, wo er mit 68 Jahren noch einmal eine neue Firma aufgebaut hat, den südlichen „Ableger“ der Ultramar Touristik International GmbH, die in Dorsten von seinem Sohn geführt wird. Der Scheidegger Friedenspreis, der seit zehn Jahren stets am 3. Oktober zum Gedenken an den Mauerfall an einen Prominenten verliehen wird, und die „Scheidegger Gespräche“ gehen auf seine Initiative zurück.

Seine politische Heimat fand er schon früh bei der CDU

Sein Interesse an Politik führte ihn einst in die CDU und in die Dorstener Kommunalpolitik. Bis 1979 hat er dort „mitgemischt“, war unter anderem Vorsitzender des Sozialausschusses. Als seine Firma ihn immer mehr forderte und er immer mehr Zeit im Ausland verbrachte, zog er sich aus der aktiven Politik zurück und beschloss gleichzetig die Gründung der Kinderferienstiftung.

Um die sei es in der Dorstener Öffentlichkeit leider relativ ruhig geworden, beklagt er mit ein bisschen Wehmut. Umso mehr freut er sich auf die Jubiläums-Gala im November, bei der er mit einer Reise-Tombola nochmal mächtig für die gute Sache trommeln will.

Seinen Besuch in der alten Heimat will er außerdem nutzen, um seinen Vorstandssitz in der Stiftung an seinen 29-jährigen Enkel Sebastian abzugeben. Das Jubiläum bietet ihm auch eine gute Gelegenheit, langjährigen Weggefährten zu danken. „Viele haben mitgeholfen, die Stiftung voranzubringen und zu erhalten“, erklärt Przybylski, „allen voran möchte ich an dieser Stelle Siegfried Fischer und Helga Sender nennen.“ Am 16. November kann er das persönlich erledigen.

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