Corona-Idee: Student aus Dorsten erfindet digitale Gästeregistrierung

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Die Corona-Listen in Restaurants oder Eiscafés sind Pflicht. Ein junger Dorstener hat eine digitale Lösung entwickelt, die den lästigen Schreibkram überflüssig macht.

Dorsten

, 10.08.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Benedikt Schneppe war in den letzten Tagen auf Heimaturlaub. Freunde treffen, Ausflüge machen, den Großeltern im Garten helfen. Die Besuche in Dorsten sind selten geworden, seit der 23-Jährige in München ein Duales Studium in Wirtschafts-Informatik absolviert.

Mit seinem Kollegen Stefan Michalk hat der junge Dorstener Ende Juni eine Entwicklung auf den Markt gebracht, die in Bayern bereits für Furore sorgt: eine Gästeregistrierung ohne Stift und Papier, sondern digital. „Alle Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung werden eingehalten“, verspricht Benedikt Schneppe.

Meist müssen sich Gäste von Restaurants oder Cafés handschriftlich registrieren. Die Listen müssen vier Wochen aufbewahrt werden.

Meist müssen sich Gäste von Restaurants oder Cafés handschriftlich registrieren. Die Listen müssen vier Wochen aufbewahrt werden. © Thomas Schroeter

Über 1100 Betriebe aus neun Branchen machen schon mit, mehr als 333.000 Nutzer haben sich kostenlos mit ihrem Smartphone registriert. „Es muss aber keine App heruntergeladen und keine Software installiert werden“, erklärt der Abiturient des St.-Ursula-Gymnasiums (Jahrgang 2015).

Die Registrierung läuft direkt auf der Homepage www.darfichrein.de. Später muss dann in den teilnehmenden Betrieben nur noch ein QR-Code gescannt werden, um seinen Besuch zu dokumentieren. Zettel und Stifte sind überflüssig geworden.

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Dorstener erfindet digitale Gästeregistrierung
© Dorstener Zeitung

Im März fiel Benedikt Schneppe einigen Experten beim WirvsVirusHackathon der Bundesregierung auf. Wenige Wochen später zählte er zu einem ausgewählten Kreis von Entwicklern, die anwenderfreundliche Lösungen finden sollten, um das Leben in der Coronakrise sicherer zu machen.

Prototyp an einem Wochenende entwickelt

„Mitte Mai zeichnet sich ab, dass die Kontaktdatenerfassung ein zentraler Baustein in den Konzepten ist, um das öffentliche Leben wieder hochzufahren“, blickt der junge Dorstener zurück. „Das ist richtig und wichtig und gleichzeitig eine enorme Belastung für die Gastronomie, Hotellerie, kommunale Einrichtungen, Kultur- und Bildungsstätten sowie Betriebe und Unternehmen.“ Da hatten Benedikt Schneppe und sein Kollege die Idee, QR-Codes zu nutzen. „Den Prototyp haben wir an einem Wochenende entwickelt.“

Benedikt Schneppe

Benedikt Schneppe studiert Wirtschaftsinformatik in München. In den letzten Tagen war er auf Heimatbesuch in Dorsten. © Guido Bludau

Das Entwickler-Duo hat zusammen mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband eine GmbH gegründet hat, um die Lösung anbieten zu können. Die Schirmherrschaft hat die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, übernommen.

Auch die Umwelt freut sich

Mit dem Slogan “Einfach. Gemeinsam. Sicher.“ ging die digitale Gästeregistrierung am 22. Juni in München an den Start. Bis Ende August ist die Registrierung für Unternehmer kostenlos, „aber leben kann ich davon anschließend sicherlich nicht“, meint er.

Benedikt Schneppe ist vielmehr „froh, dass wir einen Beitrag zur Wiederbelebung des öffentlichen Lebens leisten konnten. Und natürlich ist die Lösung nicht nur in Bayern, sondern trotz unterschiedlicher Bestimmungen bundesweit einsetzbar.“ Schöner Nebeneffekt: Der Verzicht auf Papier hat nach seinen Berechnungen bereits 38 Bäume gerettet.

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