Sturzopfer vom Wulfener Markt geht es besser - sein Wohnungsproblem ist nicht gelöst

rnWulfener Markt

Wie kann ein Mensch in einer Wohnung ohne Strom und Wasser hausen? Nach dem schweren Sturz des letzten Mieters vom Wulfener Markt stellen sich viele Dorstener diese Frage.

Wulfen-Barkenberg

, 11.03.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der letzte Mieter vom Wulfener Markt hat am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt. Der 49-jährige Wulfener stürzte schwer, als er über ein Geländer kletterte, um zu seiner Wohnung zu gelangen. „Dem Mann geht es glücklicherweise besser“, sagte am Montag auf Anfrage Daniel Abler. Abler ist Prokurist bei der Gebau-Gruppe in Düsseldorf. Sie ist zuständig für die Immobilie Wulfener Markt.

Bekanntlich mussten die letzten verbliebenen Mieter 2018 ihre Wohnungen über der seit Langem leerstehenden Ladenpassage Wulfener Markt räumen. Der Medico Fonds 18, die Eigentümergemeinschaft des Gebäudekomplexes, ist pleite. Die Immobilie soll deshalb noch in diesem Jahr am Amtsgericht Dorsten zwangsversteigert werden.

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Die letzten Wohnungsmieter wurden im Frühherbst 2018 von der Gebau in einer öffentlichen Informationsveranstaltung gebeten, auszuziehen. Ihnen wurden mithilfe des städtischen Sozialamtes und auch der LEG Alternativwohnungen angeboten, sagt Abler.

Der 49-jährige Wulfener sei auf seine Angebote aber nicht eingegangen. Denn er hätte sich von seinen Hunden trennen müssen. Das war die Bedingung für andere Unterkünfte, die für ihn infrage gekommen wären. Aus Tierliebe harrte der 49-Jährige deshalb unter unvorstellbaren Bedingungen in seiner Wohnung aus. „Strom und Wasser sind abgestellt“, teilte der Werksschutz der Gebau am Samstag beim Rettungseinsatz vor Ort mit.

Abkürzung genommen und abgestürzt

So soll sich der 49-jährige Mann Wasser im Supermarkt beschafft haben. Das wollte er wohl auf kürzestem Weg in seine Wohnung transportieren. Als er über ein Geländer kletterte, statt den für ihn eingerichteten Notweg zu nutzen, geschah das Unglück. Der Mann stürzte ab und verletzte sich schwer.

„Wir haben von der Stadt Dorsten die Genehmigung bekommen, Zäune aufzustellen, um Vandalismusschäden im Gebäude zu verhindern. Wir haben aber auch die Auflage erfüllt, den Rettungsweg für den letzten Bewohner offenzuhalten“, so Daniel Abler. Der wurde am Samstag auch von dem Rettungsteam der Feuerwehr genutzt, um den Verletzten zu bergen.

Zeugin fand den Mann hilflos am Boden vor

Eine Zeugin hatte den 49-Jährigen hilflos in der Ladenpassage vorgefunden und die Polizei auf der Wache in Barkenberg darüber informiert. Sie alarmierte daraufhin einen Rettungswagen. Das sagt Polizeisprecher Michael Franz auf unsere Anfrage.

Während die Polizei nun die näheren Unfallumstände untersucht, sucht die Gebau laut Auskunft von Daniel Abler in Abstimmung mit der Stadt Dorsten weiterhin nach einer passenden Wohnunterkunft für den verletzten Mann. Er wird zurzeit im Krankenhaus behandelt. „Der Unfall zeigt, dass es Sinn macht, sich anderweitig umzusehen“, meint Abler.

Die Hunde des Mannes sind in Sicherheit. Sie werden von einer Angehörigen des Mieters versorgt.

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