Nach der Bundestagswahl übt CDU-Kandidat Sven Volmering harte Kritik an Kanzlerkandidat Armin Laschet und der Parteispitze. © privat
Bundestagswahl 2021

Sven Volmering rechnet mit Laschet und der CDU-Parteispitze ab

Mit seiner Niederlage hatte er sich früh abgefunden, aber jetzt rechnet CDU-Kandidat Sven Volmering ab. Er spricht von Realitätsverlust der Parteispitze und fordert knallharte Konsequenzen.

Seine neuerliche Niederlage im Wahlkreis 125 gegen Michael Gerdes (SPD) hat Sven Volmering zwei Tage sacken lassen. Sie kam für ihn nicht überraschend. Doch am Dienstagabend wurde er auf seiner Facebook-Seite sehr deutlich. Ziel seiner Kritik: Kanzlerkandidat Armin Laschet und der gesamte Bundesvorstand seiner Partei.

„Die Pressekonferenz der CDU am Montag nach der Wahl wurde allein von der Tonalität so runtergenudelt, als ob eine Kreistagswahl verloren wurde“, schreibt Volmering. „Tolle Leute verlieren die Mandate. Und die, die es verantworten, dürfen weitermachen. Deren Listenplätze und Wahlkreise sind ja sicher.“

„Bundesvorstand muss die Konsequenzen ziehen“

Aus Sicht von Volmering, der am Montag wie gewohnt die Schülerinnen und Schuler am Bocholter Mariengymnasium unterrichtete, trägt „der gesamte CDU-Bundesvorstand die Verantwortung. Daher ist es nur konsequent, dass er auch Konsequenzen zieht.“ So früh wie möglich müsse auf einem Bundesparteitag eine Neuwahl erfolgen.

Der CDU-Kandidat im Wahlkreis 125, der in Dorsten mehr Stimmen bekam als sein SPD-Kontrahent und bei den Erststimmen im Bundesvergleich „nur unterdurchschnittlich verloren“ hat, ist nach eigenen Angaben „in erster Linie wütend auf eine CDU, deren Spitzen- und Mittelbaupersonal den Bezug zur Realität komplett verloren hat und der Bevölkerung durch die Blume immer wieder mitteilt: Eure Meinung ist uns egal“. Insbesondere für die Generationen, die nach 1990 geboren wurden, müsse seine Partei neu zu kommunizieren lernen.

Respekt vor dem Wahlsieger fehlt

Volmering, der sich im Frühjahr für Friedrich Merz als Kanzlerkandidat ausgesprochen hatte, ärgert sich auch über den schlechten Stil der Unionsspitze, die „nicht mal vernünftig verlieren“ könne. „Aber als Wahlverlierer hält man sich die ersten 100 Tage aus Respekt vor dem Wahlsieger demütig zurück. Daher: Glückwunsch, SPD!“

Sven Volmering war bei der Bundestagswahl am 26. September zum vierten Mal gegen Michael Gerdes (SPD) unterlegen. Von 2013 bis 2017 war er über die Landesliste in den Bundestag gekommen. Über seine politische Zukunft wollte er bislang noch keine Auskunft geben.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker