Stefan Diebäcker kommentiert die "Teuer-Debatte" und hofft natürlich auch, dass wir bald wieder Benzinpreise haben wie im Hintergrund zu sehen. © Montage Martin Klose
Meinung

Teurer oder nicht – manchmal reicht der Blick ins Portemonnaie

Alles wird immer teurer. Der in Dorsten bestens bekannte Kaufmann Ralf Honsel rechnet anders und natürlich mit Widerspruch. Aber was stimmt denn jetzt?

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Das mag einem in den Sinn kommen, wenn man der Argumentation von Ralf Honsel folgt. Er relativiert die „Teuer-Debatte“ mit Daten des Statistischen Bundesamtes. Kurz zusammengefasst: Früher musste ich für ein Brot länger arbeiten als heute.

Interessanter Ansatz, könnte sogar stimmen, hilft den meisten von uns derzeit aber nicht wirklich weiter. Die Preisoffensive überrollt uns gerade von vielen Seiten. Das macht Menschen ärgerlich – und manche zu Recht auch ängstlich. Wir zahlen mehr, haben aber umgekehrt nicht mehr Geld im Portemonnaie. Oder wir bekommen weniger fürs gleiche Geld. Das nennt sich Inflation.

Viele klagen auf hohem Niveau

Aber wie so oft hat auch diese Münze zwei Seiten. Denn wir Deutsche – zumindest sehr viele – klagen auf hohem Niveau. Wir alleine entscheiden doch, wo, was und wie viel wir einkaufen, wie oft wir mit dem Auto fahren und wie schnell. Wir können den Strom- und Gasanbieter wechseln oder einfach mal weniger verbrauchen.

Vor allem sollten wir nicht zu viel Energie ins Wehklagen verschwenden, wenn keine Not ist. Denn viele Preise werden in den nächsten Monaten wohl wieder sinken. Darüber redet dann aber niemand mehr.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker