Diese Farbratte ist eine von 21, die das Dorstener Tierheim aufgenommen hat. Die Tierschützer von "Notfallratten Rhein-Ruhr" suchen für die übrigen Ratten Pflegestellen und Adoptanten. © Tierheim Dorsten
Tierschutz

Tierschützer retten 500 Ratten aus Wohnung in Dorsten

Vor zwei Jahren besorgte sich eine Familie in Barkenberg zwei Farbratten als Haustiere. So weit, so gewöhnlich. Doch dann lief die Sache komplett aus dem Ruder.

Tierschützer haben Hunderte Ratten aus einer Wohnung in Barkenberg gerettet. Die Besitzer der Tiere hatten sich zuvor an das Dorstener Tierheim gewandt und um Hilfe gebeten. Sie hatten sich vor zwei Jahren zwei Ratten als Haustiere zugelegt, die sich seitdem rasant vermehrt haben.

„Wir sind von 150 Tieren ausgegangen“, sagt Marina Hinz vom Dorstener Tierheim. Vor Ort habe sich dann ein anderes Bild geboten: Rund 500 Ratten befanden sich in der Wohnung und teilweise auch auf dem Balkon, wie Fotos in Sozialen Medien zeigen, die dort von der Tierschutzorganisation Notfallratten Rhein-Ruhr veröffentlicht wurden.

Bei den Tieren handelt es sich um Farbratten, die in jeder Zoohandlung erhältlich sind. Sie gelten als sehr intelligente Tiere und werden auch schnell zutraulich. „Eigentlich das perfekte Haustier“, sagt Marina Hinz. „Nur eben nicht in dieser Anzahl.“

Tierliebe, aber völlig überforderte Halter

Offensichtlich handelt es sich um einen Fall von Animal Hoarding, was mit „Tierhorten“ übersetzt werden kann. „Das hat mit normaler Tierhaltung nichts mehr zu tun“, sagt Marina Hinz. „Diese Menschen sind meist sehr tierlieb, aber völlig überfordert. Sie haben keine Kontrolle mehr, schämen sich aber häufig auch und holen sich dann zu spät Hilfe.“

Farbratten gibt es in jeder Zoohandlung. Die Tiere sind intelligent und zutraulich. © dpa © dpa

Die Tiere sind der Notfallratten-Organisation zufolge in einem guten Zustand. Die Käfige und das bisherige Zuhause seien durchaus gepflegt gewesen. Nun werden händeringend Pflegestellen und Adoptanten für die Tiere gesucht.

Im Dorstener Tierheim sind die Kapazitäten sehr begrenzt. Von den 500 geretteten Ratten hat das Tierheim 21 aufgenommen. Um den Rest und die deutschlandweite Verteilung der Tiere kümmert sich „Notfallratten Rhein-Ruhr“.

Große Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Andere Rattenhilfen haben bereits ihre Unterstützung zugesichert, auch Tierheime aus der Region wollen helfen und Tiere übernehmen, bis diese ein neues Zuhause gefunden haben. Das Veterinäramt unterstützt die Tierschützer bei der Verteilung.

„Wichtig ist, dass jetzt alle an einem Strang ziehen“, sagt Marina Hinz. Von den geretteten Tieren waren viele trächtig, in den nächsten Tagen steht schon wieder Nachwuchs in der Ratten-Großfamilie an. Sie sollen auf Pflegestellen verteilt werden, damit der Nachwuchs in Ruhe zur Welt kommen kann.

Wer eine oder mehrere Ratten bei sich aufnehmen oder mit Spenden helfen möchte, kann sich bei der Tierschutz-Organisation „Notfallratten Rhein-Ruhr“ melden unter Tel. (0176) 43369823 oder per Mail an webmaster@notfallratten-rhein-ruhr.de.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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