Totschlag-Verfahren wird aufgerollt

09.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Dorsten Ab kommenden Dienstag wird vor dem Landgericht Essen erneut gegen eine 51-jährige Gladbeckerin verhandelt, die im Mai 2005 ihren Ehemann auf dem Campingplatz am Tillessensee durch drei Messerstiche getötet hat.

Bereits im September vergangenen Jahres hatte das Essener Schwurgericht die Angeklagte wegen Totschlags zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im März komplett auf und verwies das Verfahren an eine andere Kammer des Landgerichts zurück.

Nach Ansicht des BGH war die Beweiswürdigung des Schwurgerichts lückenhaft. Der 4. Strafsenat zweifelte an, dass ein bedingter Tötungsvorsatz der Angeklagten bei Tatbegehung festzustellen sei. Auch habe das Schwurgericht das Bestehen einer Notwehrlage zu wenig geprüft und den Alkoholisierungsgrad der Angeklagten falsch berechnet.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 2005 hatte die Gladbeckerin nach einem Streit ihren Mann mit dem Messer attackiert, weil sie sich von ihm bedroht und angegriffen sah. Beide waren stark alkoholisiert.

Die VI. Kammer hat vier Verhandlungstage angesetzt. Urteilsverkündung soll am 22. November sein. mari

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