"Tour de France" im Ruhrgebiet kostet fünfstelligen Betrag

Nur geschicktes Marketing?

Kommt die Tour de France nach Dorsten und Lembeck? Diese Frage hat auch die Mitglieder des Radsportclubs Dorsten beschäftigt. Der designierte Rennsportfachwart Stephan Rokitta glaubt nicht, dass das größte Radrennen der Welt 2017 tatsächlich durch Dorsten rollen wird. Radsport-Promoter Michael Zurhausen sieht das indes anders.

Dorsten

, 20.01.2016, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Tour de France" im Ruhrgebiet kostet fünfstelligen Betrag

Vielleicht führt die Tour de France 2017 durch Dorsten und Lembeck.

"Die Tour-Organisatoren haben erste Details zum Grand Départ 2017 in Düsseldorf bekannt gegeben. Als weitere Etappenorte hatten sich Bad Homburg, Mannheim und der Nürburgring ins Gespräch gebracht. Das Ruhrgebiet und Dorsten liegen da leider nicht auf dem Weg", sagt Stephan Rokitta. Die aktuell angestoßene Tour-Diskussion in Dorsten hält er für geschicktes Marketing: "Ich habe mit Radsportkollegen aus Gelsenkirchen und Gladbeck gesprochen, die wussten nichts davon."

Radsport-Promoter Michael Zurhausen, der die Route durch das Ruhrgebiet und Dorsten ins Spiel gebracht hatte, betonte allerdings am Mittwoch noch einmal das ernsthafte Interesse aus Mülheim, Gelsenkirchen, Gladbeck und Dorsten.

Knackpunkt Finanzierung

"Die Städte arbeiten jetzt, die Gespräche mit Unternehmen und Verbänden laufen", sagt Zurhausen. Knackpunkt sei weiterhin die Finanzierung. Zurhausen weiß mittlerweile, dass die Tour-Organisation einen fünfstelligen Betrag für den Besuch der Radsport-Stars verlangt. Geld, das nicht von den klammen Kommunen des Ruhrgebiets kommen kann, sondern von Sponsoren bezahlt werden muss. "Damit sind wir aber noch im grünen Bereich", sagt Zurhausen. "Jetzt können wir nur die Verhandlungen abwarten."

Pure Radsportbegeisterung

Stephan Rokitta wird sich den Besuch der Tour de France in Deutschland im Juli 2017 so oder so nicht entgehen lassen. "Ich war im vergangenen Jahr mit einigen Radsportkollegen beim Tour-Start in Utrecht. Das war pure Radsportbegeisterung", erzählt Rokitta. "So eine tolle Stimmung möchten wir im kommenden Jahr auch erleben." Seiner Meinung nach wird er dafür aber auch selbst ein paar Kilometer fahren müssen - und zwar nach Düsseldorf.

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