Trauer um den einst bekanntesten Wirt der Dorstener Altstadt

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Er war viele Jahre der wohl bekannteste Wirt in der Dorstener Altstadt. Und er war mal Schützenkönig in den 1970er-Jahren. Jetzt ist er gestorben.

Dorsten

, 27.10.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Stadtschänke“ in der Essener Straße war viele Jahrzehnte eine Kneipen- und Gaststätten-Institution in Dorsten. Und hinter der langen Theke und am Herd stand ein Mann, der zu dieser Zeit wohl der bekannteste Wirt in der Altstadt war: Rolf Bücker sen. Am 18. Oktober ist er im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Familie hat im kleinen Kreis Abschied genommen.

Es war die Zeit, als Dorsten noch viele Kneipen hatte. Wo die Menschen nach Feierabend oder am Wochenende bei einem Bier stundenlang lachten und plauderten und der Wirt zuhörte und mit diskutierte. Es war die Zeit, als Rolf Bücker sen. die „Stadtschänke“ führte, fast ein Vierteljahrhundert lang.

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1976 übernahm der Dorstener das Lokal von seinen Eltern Ernst und Else. Der gelernte Koch baute die Schankwirtschaft zur Gaststätte um, später kam ein kleiner Biergarten in der Essener Straße hinzu. Die „Stadtschänke“ war beliebter Treffpunkt, Clubgaststätte und gastlicher Mittelpunkt vieler Menschen und Vereine Dorstens. Und Rolf Bücker ein bekannter und beliebter Mann. Freunde und gute Bekannte durften ihn „Rolli“ nennen.

Das bestätigt auch Hendrik Kiekenbeck „Die Altstadtschützen sind dort immer gerne zu gemütlichen Runden bei einem leckeren Bier eingekehrt“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins. Die Altstadtschützen werden Rolf Bücker aber vor allem aus einem anderen Grund in guter Erinnerung behalten.

Von 1975 bis 1977 Schützenkönig

Rolf Bücker war 60 Jahre Mitglied des Schützenvereins und zuletzt in der II. Kompanie ein aktiver Schütze. Er regierte als Schützenkönig von 1975 bis 1977 mit Schützenkönigin Ute Stoffel die Dorstener Altstadtschützen. „Wir werden Rolf Bücker sen. stets in Ehren halten“, sagt Kiekenbeck.

Im Jahr 2000 ging Rolf Bücker mit damals 58 Jahren in den Ruhestand. „„Bei mir haben schon so viele Leute an der Theke gesessen, ganze Bücher könnte ich über die letzten Jahrzehnte schreiben“, sagte er kurz vor Torschluss der Dorstener WAZ.

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Sein Sohn Rolf jun. und dessen Ehefrau Elke übernahmen damals die Stadtschänke, neun Jahre später ging das Paar nach Bayern. Das Ehepaar Irmtraud und Detlef Underberg folgte, doch das Kneipensterben in Dorsten hatte längst begonnen. Eines Tages stand auch die Stadtschänke leer und wurde schließlich umgebaut. Heute hat eine Krankenkasse dort ihre Filiale.

Mit Material aus dem Dorsten-Lexikon

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