Triumph für Tobias Stockhoff und die CDU, Desaster für SPD und FDP

rnKommunalwahl 2020

Kommunalwahl in Dorsten: 77 Prozent für Tobias Stockhoff, absolute Mehrheit für die CDU. SPD und FDP stürzten ab, die Grünen so stark wie nie, AfD und „Die PARTEI“ sind neu im Rat.

Dorsten

, 13.09.2020, 22:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

2014 setzte er sich erst in der Stichwahl gegen den damaligen Herausforderer Michael Baune (SPD) durch. Sechs Jahre später gab es keinen Hürdenlauf, sondern einen glatten Durchmarsch für den Amtsinhaber.

Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag (13.9.) setzte sich Tobias Stockhoff im ersten Wahlgang mit satten 76,91 Prozent der Stimmen gegen seine drei Kontrahenten Mauritz Hagemann (Grüne, 13,40 Prozent), Marco Bühne (AfD, 5,43 Prozent) und Simon Rodriguez Garcia (Die PARTEI, 4,26 Prozent) durch. Stockhoff wird damit auch in den nächsten fünf Jahren die Amtsgeschäfte der Stadt führen.

CDU mit 23 Sitzen im Rat

Die Votum der Bürger, deren Wahlbeteiligung sich bei der Kommunalwahl 2020 auf 54.4 Prozent erhöhte, sorgte bei der Besetzung des künftigen Stadtrats für einen CDU-Triumph: Die Christdemokraten stellen mit 52,95 Prozent (2014: 46,33 Prozent) die absolute Mehrheit und sind als stärkste Fraktion künftig mit 23 Sitzen im Rat (inklusive ein Platz über die Reserveliste) unter dem bisherigen und künftigen Fraktionschef Bernd Schwane vertreten.

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Zudem gewann die CDU alle 22 Dorstener Direktmandate direkt und nahm damit der SPD deren bisherigen vier Wahlbezirke in den Hochburgen Hervest und Barkenberg ab.

Für die SPD war der Wahltag ein schwarzer Sonntag. Nach dem plötzlichen Rückzug der Bürgerneisterkandidatin und designierten Fraktionschefin Jennifer Schug im Mai dieses Jahres konnte „Feuerwehrmann“ und Alt- und Neu-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann das Ruder nicht mehr herumreißen: 18,25 Prozent (2014: 34,25 Prozent), ein Debakel. Die Sozialdemokraten sind damit nur noch mit acht statt bisher 15 Sitzen im Rat vertreten.

Die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke wurde im Ratssaal mit Interesse verfolgt.

Die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke wurde im Ratssaal mit Interesse verfolgt. © Michael Klein

Zweiter großer Gewinner sind die Grünen. Als drittgrößte Kraft erzielten sie ihr beste Ergebnis bislang in Dorsten: 13,6 Prozent (2014: 7,11 Prozent) und verdoppelten damit die Zahl der Ratsvertreter unter dem neuen Fraktionschef Thorsten Huxel auf sechs.

Die AfD konnte mit ihren 6,2 Prozent nicht zufrieden sein, zog damit aber erstmalig mit drei Vertretern (Fraktionschef: Marco Bühne) in den Rat ein.

Neu im Rat ist auch die Satirepartei „Die PARTEI“, die aus dem Stand heraus 3,53 Prozent und zwei Ratsmandate errang (Fraktionschef: Manuel Seth).

FDP erlebte ein Fiasko

Die Linke erzielte 2,77 Prozent und verwies dabei die FDP (2,71 Prozent) erneut auf die Plätze. Beide Parteien erlebten ein Fiasko, sind im künftigen Rat nur noch jeweils mit einem Vertreter dabei und haben keinen Fraktionsstatus mehr. erreichten.

Als die Wahlergebnisse im Ratssaal des Dorstener Rathauses bekannt gegeben wurden, gab es im Gegensatz zu den Vorjahren keinen großen Jubel beziehungsweise nur wenige enttäuschte Gesichter. Denn die Öffentlichkeit und Politik blieb wegen der Corona-Krise so gut wie außen vor, nur zwei Vertreter pro Partei durften kommen, dazu die Presse.

Stockhoff total überwältigt

Bürgermeister Tobias Stockhoff war die Freude über seine Wiederwahl deutlich anzusehen. „ich bin von dem Ergebnis total überwältigt“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. „An den Ständen und bei den Haustürbesuchen habe ich zwar viele positive Reaktionen auch von Bürgern bekommen, die mich 2014 nicht gewählt, aber mit so einem überlegenen Sieg habe ich nicht gerechnet.“

Mit Blick in die Vergangenheit zeige das Ergebnis, „dass ich bislang wohl gute Arbeit geleistet habe“. „Es ist aber auch ein Auftrag für die Zukunft, denn die 77 Prozent sind eine Bürde, den bisherigen Weg weiterzugehen.“ Er hofft dabei, dass Verwaltung, Politik, Bürger und Vereine ihn dabei weiter unterstützen.

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