Überfall auf Supermarkt in Dorsten: 33-Jähriger wird angeklagt

rnRäuberische Erpressung

Achtmal soll ein 33-jähriger Tatverdächtiger aus Dorsten 2019 Supermärkte überfallen haben. Die Staatsanwaltschaft Essen hat jetzt in einem Fall Anklage gegen den Mann erhoben.

Dorsten

, 07.04.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mitte Dezember sitzt ein 33-jähriger Mann aus Dorsten in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter aus Dorsten hatte am 11. Dezember 2019 Haftbefehl gegen ihn erlassen. Am Montag sagte Gerichtssprecher Dr. Tim Holthaus auf unsere Anfrage: „Am 11. Mai wird das Verfahren gegen den Angeklagten eröffnet.“

Die Staatsanwaltschaft Essen habe in sehr kurzer Zeit am 20. Februar dieses Jahres Anklage wegen eines Falles erhoben. Es handelt sich um den Überfall, der sich am 3. Dezember in Dorsten ereignet hat. „Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, im Nettomarkt an der Marler Straße eine räuberische Erpressung begangen zu haben“, so Holthaus.

Laut Gerichtssprecher stand der Mann an diesem Tag an der Kasse der Netto-Filiale an der Marler Straße und legte der Kassiererin einen Zettel mit seiner Geldforderung aufs Band. Weil sie darauf nicht reagiert habe, zückte der Tatverdächtige eine Waffe und bedrohte die Frau damit: „Sie händigte ihm daraufhin 300 Euro aus der Kasse aus.“

Kurz nach dem Überfall in Untersuchungshaft gekommen

Wenige Tage nach dem Überfall sei der Mann von der Polizei festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Ermittlungskommission „Durstina“ der Polizei in Recklinghausen macht den 33-Jährigen aber für deutlich mehr Straftaten verantwortlich. Acht Überfälle auf Supermärkte in Dorsten soll er ihres Erachtens begangen haben.

Dass nun nur eine von mehreren Straftaten angeklagt ist, hat mutmaßlich damit zu tun, dass die Ermittler noch weiteren Details und Spuren sowie Zeugenaussagen der ähnlich gelagerten Überfälle in Dorsten auf den Grund gehen, wie Anette Milk, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Essen, sagte. Sie wies darauf hin, dass der Haftbefehl seinerzeit deshalb nur „aufgrund eines Sachverhaltes ergangen“ sei.

2019 waren einige Supermärkte in Dorsten, zum Teil wiederholt, von einem bewaffneten Täter heimgesucht worden. Die Ermittlungskommission „Durstina“ der Polizei in Recklinghausen beschäftigte sich mit insgesamt acht Raubüberfällen, die dem 33-jährigen Mann zur Last gelegt werden, bei denen die Beweislage aber augenscheinlich noch nicht so eindeutig ist wie im Fall des Nettomarktes an der Marler Straße.

Angestellte mit Waffe in Angst versetzt

Fest steht, dass seit Mai 2019 Täter im Dorstener Raum unterwegs waren und Verkäuferinnen und Verkäufer, sowie Kassiererinnen und Kassierer in Angst und Schrecken versetzt hatten, indem sie unter Vorhalt von Waffen die Herausgabe von Geld erzwangen.

Bevorzugte Ziele der oder des Tatverdächtigen waren Rewe an der Händelstraße, der Fressnapf an der Bochumer Straße sowie Edeka An der Seikenkapelle und Netto an der Marler Straße sowie der Nettomarkt in Wulfen-Barkenberg.

„An einem der Tatorte gesicherte Spuren konnten dem 33-Jährigen zugeordnet werden“, teilte die Polizei dann Ende des Jahres mit. Außerdem fanden die Ermittler bei einer Durchsuchung die mögliche Tatwaffe. Die Spurenlage führte nun zu der zügigen Anklage gegen den 33-jährigen Untersuchungshäftling aus Dorsten.

Anklage muss in einer bestimmten Frist stehen

Denn zwischen der Anordnung der Untersuchungshaft und der Prozesseröffnung dürfen maximal sechs Monate verstreichen, da der Verdächtige sonst wieder auf freien Fuß gesetzt werden müsste. „Die Anklageerhebung seit der Festnahme ist in wirklich sehr kurzer Zeit erfolgt“, sagte Gerichtssprecher Tim Holthaus.

Lesen Sie jetzt