Marco Bühne war Bürgermeisterkandidat der AfD bei der Kommunalwahl in Dorsten. © privat
Kommunalwahl 2020

Überraschung bei der AfD: Spitzenkandidat nur noch in zweiter Reihe

Zum ersten Mal hat es die AfD in den Dorstener Stadtrat geschafft. Ihr Bürgermeisterkandidat nimmt künftig aber keine führende Rolle ein, obwohl er auf Platz eins stand.

Mit drei Sitzen und somit in Fraktionsstärke hat es die AfD bei der Kommunalwahl erstmals in den Stadtrat geschafft. Die 6,2 Prozent wertet sie als Erfolg („Von 0 auf 3 Ratsmandate …“), nur CDU, SPD und Grüne bekamen (erheblich) mehr Zuspruch.

AfD-Bürgermeisterkandidat Marco Bühne wirkte indes am Wahlabend im Rathaus deutlich angeschlagen. Das hatte nach eigenen Angaben gesundheitliche Gründe, deshalb wollte er auch kein Statement vor der Kamera abgeben. Aber dass er bei der Bürgermeisterwahl lediglich auf 5,9 Prozent der Stimmen kam und somit prozentual sogar schlechter abschnitt als seine Partei, hatte Bühne wohl nicht erwartet.

Nicht für den Fraktionsvorsitz kandidiert

Für das Amt des Fraktionsvorsitzenden hat Marco Bühne in dieser Woche nicht kandidiert, obwohl er auf Platz eins der Reserveliste seiner Partei stand. „Nach eingehender interner Beratung“, wie es in einer Pressemitteilung der AfD heißt, haben die drei Fraktionsmitglieder deshalb Heribert Leineweber „einstimmig“ zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Bühne, der nach eigenen Angaben in den letzten Wochen vor der Wahl selten in Dorsten war, ist sein Stellvertreter.

Weiterer Rückschlag für den eigentlichen Spitzenkandidaten und Ortsverbandsvorsitzenden in Dorsten: Marco Bühne hat es auch nicht in den Kreistag geschafft. Dort hat die AfD künftig fünf Sitze, Bühne stand auf Platz sieben der Reserveliste. Im Kreistag vertreten ist hingegen – Heribert Leineweber.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker