Dorstener Anwalt klagt über Müll-Mengen in seinem Wohnviertel

rnUmweltsünden in Dorsten

Kaum ist ein Müllberg in Dorsten beseitigt, türmt sich an anderer Stelle der nächste auf. Ein Dorstener Rechtsanwalt klagt die Missstände in seinem Wohnviertel an.

Dorsten, Holsterhausen

, 24.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung prangert seit Neuestem die „Sauerei des Monats“ öffentlich an, während Bürger allenthalben Missstände in ihrem Wohnumfeld beklagen: Wilde Müllkippen sind in Dorsten ein um sich greifendes Ärgernis.

So wird der Müll an der Apostelstiege entsorgt: Rechtsanwalt Dirk Wolterstädt wohnt gleich nebenan und hat den Unrat fotografiert.

Auch dieses Foto stammt von Rechtsanwalt Dirk Wolterstädt. © privat

Selbst in unmittelbarer Nähe des Entsorgungsbetriebes An der Wienbecke werfen Mitbürger achtlos ihren Abfall in die Landschaft.

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Ein Dorstener Anwalt hat die Nase voll von den Müllhaufen, die sich an seiner Grundstücksgrenze am Holsterhausener Dunkenbre auftürmen: „Seit 2016 weise ich die Stadt darauf hin“, sagt Dirk Wolterstädt.

Fotos dokumentieren die „Sauereien“

Mit einer Reihe von Fotos dokumentierte er am 19. August dieses Jahres die „Sauereien“ vor seiner Haustür: Überquellende Müllcontainer vor Häusern an der Apostelstiege 25 und den angrenzenden Wohnhäusern, Haufen von Sperrmüll auf Plätzen und Wegen, Restmüll in Papiercontainern - die Liste der Abfälle hat Dirk Wolterstädt an die Stadt geschickt. Seit Montag ist das Gelände wieder frei vom Müll. „Wie lange?“, fragt sich der Dorstener Anwalt. Denn bei kleinsten Müllhaufen geselle sich unverzüglich weiterer Abfall hinzu, hat er festgestellt.

Die Stadt sagt auf Anfrage, dass es an den Häusern Luisenstraße 151-153 und Apostelstiege 40 keine Sperrmüllproblematik gibt. „Müll wird konsequent von den Hausmeistern entfernt. Sperrmüllablieferungen von Dritten gibt es nicht mehr, seit der Bereich überwacht wird“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne.

LEG wirkt auf ihre Mieter mit Informationen ein

In einem anderen Holsterhausener Viertel im Westen des Stadtteils hat die LEG vergangene Woche eine Reihe von Müll in ihrem Wohnviertel an der Juliusstraße entfernen lassen, nachdem sich ein Holsterhausener Bürger öffentlich darüber beschwert hatte. „Bereits gegen 8.30 Uhr hat ein Großaufgebot von Mitarbeitern (wahrscheinlich durch die LEG beauftragt) eine umfassende Säuberungsaktion im Bereich der LEG-Wohngebäude und der nahe liegenden Grünflächen durchgeführt“, schreibt uns Thomas Pyszny.

Zyklische Kontrollen angekündigt, mehrsprachige Flyer verteilt

Nach zirka zwei Stunden Sammeltätigkeit sei deren Transporter vollständig mit Sperrmüll und Unrat gefüllt gewesen. Pyszny schreibt zudem: „Am Mittwoch habe ich eine E-Mail der LEG erhalten, in der mir geschildert wurde, welche Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet wurden: Zyklische Kontrolle der offiziellen Entsorgungsbereiche, mehrsprachige Informationen an alle Mieter zum Thema Müllentsorgung und Verteilung eines entsprechenden Flyers als allgemeine Info zur Mülltrennung.“

Nachhaltig sei die Maßnahme der LEG aber nicht gewesen, schreibt uns Pyszny in einer weiteren Mitteilung am Wochenende: „Nur vier Tage später war alles wieder wie gehabt“, sagt er. „Umzugskartons eines wohl zuletzt eingezogenen Mieters wurden einfach an die Straße bzw. neben die Entsorgungsstationen verbracht. Innerhalb kürzester Zeit ist alles wieder zugemüllt. Sie kommen hier offensichtlich nur durch tägliche Kontrollen weiter und müssen zwingend die Mieter ermitteln, die für diese Sauereien verantwortlich sind“, fordert der Bürger.

Auf privaten Grundstücken sind die Eigentümer übrigens für die Entfernung des Mülls verantwortlich. Auf städtischem Gelände werde unverzüglich reagiert, sagt Ludger Böhne: „Entweder über die Dorsten-Bürgerapp schreiben oder beim Entsorgungsbetrieb der Stadt anrufen, dann wird der Müll umgehend beseitigt“, sagt er.

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