An der Halterner Straße/Ecke Schollbrockstraße in Hervest haben Unbekannte mutmaßlich zweimal dicke Gesteinsbrocken auf die Fahrbahn gelegt. © 3d.rvr
Polizei ermittelt

Unbekannte legten dicke Steine auf Fahrbahn ab – und dann krachte es

Unbekannte haben nachts zweimal einen dicken Gesteinsbrocken auf der Halterner Straße abgelegt. Das hat drei Autofahrern schwer geschadet. Denn sie rumpelten mit ihren Fahrzeugen darüber.

Es war gegen 0.51 Uhr am 19. Oktober (Dienstag), als die junge Dorstenerin mit ihrem Auto auf dem Heimweg war. Vor ihr lag die nächtliche, eher schummerig beleuchtete Halterner Straße am Ortseingang beziehungsweise -ausgang von Dorf Hervest. Und dann rumpelte es plötzlich furchtbar laut: Die junge Frau fuhr mit ihrem Wagen über ein Hindernis, das sie in der Dunkelheit in Sekundenschnelle gar nicht erfassen konnte.

„Sie kam mit dem Schrecken davon“, sagt ihr Vater im Gespräch mit der Redaktion. Allerdings sei das Auto seiner Tochter schwer beschädigt worden und musste abgeschleppt werden nach der Karambolage mit dem Stein. Als Ursache für die mehrere tausend Euro teuren Fahrzeugschäden am Pkw wurde bei der Unfallaufnahme durch die Polizei ein dicker Gesteinsbrocken ausgemacht. Den hatten Unbekannte sehr wahrscheinlich auf der Fahrbahn der Halterner Straße in Höhe der Schollbrockstraße abgelegt. Dem Abschleppunternehmer kam das bekannt vor.

Diese Unfälle könnten absichtlich herbeigeführt worden sein

Denn dass dieser Unfall nicht zufällig, sondern absichtlich herbeigeführt worden sein könnte, könnte ein weiterer Fall belegen, den die Polizei nach Sichtung der Anzeigen ausfindig gemacht hat und auf den sich auch der Abschlepper stützt. Polizeisprecherin Corinna Kutschke hat auf Bitte der Redaktion nach weiteren Unfällen dieser Art gefahndet und ist im September fündig geworden.

Demnach hat es am 11. September (Samstag) um 0.27 Uhr an der gleichen Stelle auf der Halterner Straße in Höhe der Schollbrockstraße einen Unfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen gegeben. „Hier sind zwei Autos nacheinander über einen dicken Gesteinsbrocken gefahren“, sagt Kutschke. Beide Fahrer hätten nicht mehr ausweichen können. Glücklicherweise seien auch diese Fahrer mit dem Schrecken davongekommen. Ihre Autos wurden allerdings ebenfalls zum Teil massiv beschädigt.

Wer kommt als mutmaßlicher Täter infrage?

Der Verdacht liegt also nahe, dass jemand ganz bewusst die Steine auf der Fahrbahn der Haltener Straße ablegt hat. Wer macht so was? Corinna Kutschke hat zwei mögliche Erklärungen: „Kinder oder junge Erwachsene, die mal ausprobieren wollen, was passiert, wenn ein Stein auf der Fahrbahn von einem Fahrzeug erfasst wird.“ Hier handele es sich aber nicht um groben Unfug, sondern um einen strafrechtlich relevanten gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Dass junge Täter nachts auf der Lauer liegen, um das Ergebnis ihrer vermeintlichen Forscherdrangs zu bewundern, ist kaum vorstellbar. Einen Brocken von 30 mal 35 Zentimetern auf die Fahrbahn zu tragen, könnte auch auf dem Mist eines erwachsenen Menschen gewachsen sein. Die Polizei schließt nichts aus und bittet um sachdienliche Hinweise unter Tel. (0800) 2361 111.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel