Unfallautobahn A31? Es wird kein Tempolimit geben

Häufung nicht auffällig

Sechs Unfälle auf der Autobahn A31 zwischen Bottrop und Emden veranlassen Bürger dazu, ein Tempolimit für die Strecke zu fordern. Die Bezirksregierung in Münster sieht dazu aber keine Notwendigkeit, wie ein Sprecher, Thomas Drewitz, am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung sagte.

Dorsten

, 16.03.2016, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Forderung nach einem Tempolimit auf der Autobahn A31 zwischen Bottrop und Emden ist so alt wie die Autobahn selbst. Denn der „Ostfriesenspieß“ lädt wegen seiner schnurgeraden, ebenen Ausbauweise sportlich Veranlagte zu rasanten Fahrten ein. „Doch es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Autobahn ein Unfallschwerpunkt ist“, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Münster, Thomas Drewitz, gestern auf Anfrage. Und weist damit die Forderungen einiger Bürger nach einer stellenweisen Begrenzung der Geschwindigkeit auf 130 km/h zurück.

Sechs Unfälle in wenigen Monaten

Die Aufregung der Tempolimit-Freunde hängt offenkundig mit den sechs Unfällen in den letzten Wochen zusammen. „Wenn ein betrunkener Autofahrer für sieben Verletzte sorgt, hat das nichts mit der Autobahn zu tun“, betonte Drewitz. Am 5. März gegen 3.30 Uhr war ein laut Polizei alkoholisierter 33-Jähriger Mann aus Herten vor der Anschlussstelle Kirchhellen in Fahrtrichtung Bottrop auf einen vorausfahrenden Klein-Laster aufgefahren. Der geriet dadurch ins Schleudern, prallte in ein anderes Fahrzeug, das ebenfalls liegen blieb.

Ein folgender Skoda-Fahrer sah das Hindernis zu spät und kollidierte mit den stehenden Fahrzeugen. Fazit: sieben Verletzte. „Der Verursacher selbst erlitt leichte Verletzungen“, meinte die Autobahnpolizei Münster gestern. Er wird aber wohl mit gravierenden Folgen zu rechnen haben. „Selbst wenn er nur 0,5 Promille hatte,muss er als Verursacher des schweren Unglücks für die Folgen persönlich einstehen“, betonte die Polizei.

Kein Hinweis auf akute Häufung

Auch der tödliche Unfall von Dienstag auf der A31 bei Heek sei, so die Bezirksregierung in Münster, kein Indiz dafür, dass die A31 ein Unfallhäufungspunkt ist. „So tragisch wie das Unglück war - zurzeit wird untersucht, ob der 80-jährige Fahrer einen Schwächeanfall oder Herzanfall erlitten hatte, der zu der Tragödie führte“, sagte Drewitz.

Sollte es in 2015 aber eine auffällige Häufung von Unfällen auf der A31 an bestimmten Stellen gegeben haben, werde die Unfallkommission, bestehend aus Vertretern der Bezirksregierung Münster, der Autobahnpolizei und Straßen NRW, im April/Mai zusammenkommen und über mögliche Folgen entscheiden. „Bei akuten Häufungen tritt diese Kommission sofort zusammen“, sagte Drewitz. 

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