Unsere Aktion: Adventslichter lindern Not

Vom 1. bis zum 24. Dezember

Bald flackert das erste Licht der traditionellen „Adventslichteraktion“, zu der wir auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit den lokalen Sozialverbänden aufrufen. Vom 1. bis zum 24. Dezember öffnen sich täglich Türen, um mit Sach- und Geldspenden den von Sorgen überschatteten Alltag hilfsbedürftiger Menschen in unserer Stadt aufzuhellen.

Dorsten

, 25.11.2016, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die Partner der Adventslichteraktion 2016.

Das sind die Partner der Adventslichteraktion 2016.

„Die Anzahl der Bilder, die er mir vom Meer geschickt hat, haben bald meinen Server gesprengt.“ Jan-Henning Janowitz vom VSWB Betreuungsverein denkt mit einem guten Gefühl an den Mann zurück, für den er im vergangenen Jahr um Spenden gebeten hatte: Einmal das Meer sehen, war sein Wunsch gewesen, der ihm dank der Adventslichteraktion auch erfüllt werden konnte. Noch heute zehrt der Mann von diesem Urlaubserlebnis, das er in Hunderten von „Meer-Bildern“ festgehalten hat.

Wie ein Urlaub am Meer

„Wie im Urlaub am Meer“ fühlte sich auch die Frau, die in der Salzgrotte an der Ursula-Straße ihre entleerten Akkus wieder auftanken konnte. „Und bei uns hat jemand für das erkrankte Tier einer Klientin die Patenschaft und damit die monatlichen Arztkosten übernommen, bis das Tier kürzlich gestorben ist“, staunt Caritas-Mitarbeiterin Monika Stolla über diese Fürsorge. Alle in die Aktion eingebundenen Verbände wissen, wo die Not wohnt, sind ihre Mitarbeiter durch Hausbesuche und persönliche Betreuungen doch ganz nah dran an den Problemen, die die betroffenen Menschen ohne Hilfe nicht bewältigen können. „Die Armut bei der betagten Bevölkerung hat eine neue Dimension erreicht“, sagt Christiane Wittek-Schlierkamp (AWO).

"Ganz normale Wünsche"

Das liege mitunter an dem Anstieg des Altersdurchschnitts der Pflegebedürftigen, die ihr Geld für professionelle Hilfe ausgeben müssten. „Da bleibt selbst für kleinste Dinge, wie Waschlappen und Handtücher, kein Geld mehr übrig.“ So hat die AWO-Mitarbeiterin auch für die kommende Aktion wieder „ganz normale“ Wünsche gesammelt. Pokémon-Karten, ein Teddybär oder Fußballschuhe – für die vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) betreuten Familien sind diese bescheidenen Weihnachtswünsche der Kinder oft unbezahlbar. Dieselben Erfahrungen machen auch die Mitarbeiter der Mobilen Jugendhilfe sowie der Heilpädagogischen Familienhilfe (PFIFF) in Wulfen-Barkenberg: „Wir haben an die Kinder unserer Einrichtung Zettel für die Aktion verteilt, auf die sie ihre Wünsche schreiben und malen konnten“, fasst Ilona Wettinger von PFIFF die Ergebnisse zusammen, die vom „Hubschrauber mit Schutzkugel“ bis zum „Riesenteddy“ reichen.

Sieglinde Metschl vom Kinderschutzbund hat noch eine andere Beobachtung gemacht: „Auch wenn beide Eltern arbeiten, reicht der Geringverdienst oft nicht aus. Dann spüren sie Angst und Scham, sich als arm zu outen.“ Zum ersten Mal sitzt die Wohnungslosenhilfe mit im Aktionsboot: „Für unsere Klienten benötigen wir meist Möbelstücke und Haushaltsgegenstände“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle, Vanessa Greef. Und für diejenigen, die draußen schlafen, fehlt es immer an einem wichtigen Utensil: an guten Schlafsäcken! Die insgesamt 15 Aktionspartner hoffen auch in diesem Jahr auf ein gutes Spendenergebnis: „Wir haben mit den Adventslichter-Aktionen schon viel Leid in Dorsten abgefedert“, konstatiert Monika Stolla. Ob wie in den vergangenen zwei Jahren die 30 000 Euro-Marke wieder geknackt werden kann, das liegt ganz in der Hand der Spender.

So läuft die Aktion

So funktioniert es: Vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend veröffentlichen wir täglich eine Schilderung (samstags zwei) über eine konkrete Notlage oder einen konkreten Wunsch, zum Schutz der Betroffenen in anonymisierter Form. Jeder der insgesamt 24 Fälle bekommt eine Fall-Nummer. Wer Sach- oder Geldspenden einem bestimmten Fall zukommen lassen möchte, nennt auf seiner Überweisung einfach diese Nummer. Aber auch finanzielle Spenden für die Gesamtaktion, die dann gerecht verteilt werden, sind willkommen. Unter jedem Fall ist ein zuständiger Ansprechpartner vermerkt. Ansprechpartner für Aktionsfragen ist Anke Klapsing-Reich in der Redaktion der Dorstener Zeitung, Tel. (02362) 92 77 43.

Spendenkonten: Volksbank Dorsten, IBAN: DE164266 2320 01363 00602, Sparkasse Vest, Dorsten, IBAN: DE074265015 000111 00898: Empfänger ist in beiden Fällen der Caritasverband. Wer eine Spendenquittung benötigt, muss auf der Überweisung seine Postanschrift angeben. Wer für einen speziellen Fall spenden möchte, muss die Fall-Nummer erwähnen. Spenden für die Gesamtaktion sind auch möglich.

Lesen Sie jetzt