Der Friedhof am Ahrtor war nach der Hochwasserkatastrophe völlig verwüstet. Hier befinden sich auch Gräber des ehemaligen Ursulinenklosters. © picture alliance/dpa
Hochwasser-Katastrophe

Ursulinen-Grabstätte mit Hilfe aus Dorsten wieder hergerichtet

Der Ahrtor-Friedhof ist seit Wochen ein Ort der Verwüstung. Jetzt haben auch Helfer aus Dorsten mit angepackt, um auch eine Grabstätte mit Bezug zu ihrer Heimatstadt wieder herzurichten.

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Ahrweiler ist auf dem Ahrtor-Friedhof nichts mehr, wie es einmal war. Gräber wurden verwüstet, Grabsteine zerschmettert. Ein Auto wurde auf den Ort gespült, den Einheimische liebevoll „Pantoffelfriedhof“ nennen. Weil sie durch den Park auf kürzestem Weg in die Innenstadt kommen.

Die Aufräumarbeiten ziehen sich hin, doch am vergangenen Samstag (9. Oktober) haben zehn Mitarbeiter aus drei Betrieben in Dorsten gemeinsam mit sieben weiteren Kollegen einen Meilenstein gesetzt. Die Männer der Firmen Lukassen & Breuker (6), Rump und Florawelt (je 2) haben vor allem die Gräber des ehemaligen Ursulinenklosters wiederhergestellt und von wichtigen Persönlichkeiten wie Dechanten, Bürgermeistern und Pfarrern.

Zahlreiche Helfer haben auf dem Friedhof am Ahrtor Gräber wieder instand gesetzt. Die meisten kamen aus Dorsten. © privat © privat

„Das war eine spontane und vor allem private Aktion“, berichtet Anke Knaup vom Landesverband Gartenbau, die sich selbst ein Bild machte von den Arbeiten „Es war sehr beeindruckend, wie die Kollegen zusammengearbeitet haben. Ich bin sehr stolz auf sie.“

Ursulinen genossen in Ahrweiler hohes Ansehen

Vor allem die Ursulinen sind ja auch in Dorsten sehr bekannt. Sie lebten über 175 Jahre und bis 2016 im Kloster Calvarienberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler und hatten bei den Bürgern der Stadt ein hohes Ansehen genossen. „Daher sind gerade diese Grabstätten der Bevölkerung sehr wichtig, da die Schwestern ein hohes Ansehen über alle Generationen hin genossen“, weiß Anke Knaup. Bei den Aufräumarbeiten sei es deshalb zwischendurch sehr emotional gewesen, „es flossen sogar Tränen“.

Alle Helfer aus Dorsten haben zugesagt, bald wieder nach Ahrweiler zu fahren, um die Arbeit fortzusetzen. Sie reihen sich nahtlos ein in die lange Liste von Menschen aus der Lippestadt, die in den letzten Wochen auf unterschiedliche Weise den Opfern der Hochwasserkatastrophe zur Seite gestanden haben.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker