Urteil: Fressnapf-Räuber muss ins Gefängnis

Sechs Jahre Haft

Es war ein kurzer Ausflug in die Welt der Schwerverbrecher, jetzt wartet das Gefängnis: Der Fressnapf-Räuber, der auch in Dorsten zugeschlagen hat, ist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

ESSEN/DORSTEN

02.06.2017, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Fressnapf-Filiale an der Bochumer Straße wurde am Mittwoch zum zweiten Mal überfallen.

Die Fressnapf-Filiale an der Bochumer Straße wurde am Mittwoch zum zweiten Mal überfallen.

Sechs Überfälle und rund 20.000 Euro Beute: Reich ist der zweifache Vater durch die Raubserie nicht geworden. Und glücklich erst recht nicht. Trotzdem konnte er am Ende zufrieden sein. Die Richter am Essener Landgericht haben es schließlich noch gut mit ihm gemeint. Die Strafe hätte auch zweistellig ausfallen können.

Tadelloses Vorleben

Dass es dazu nicht gekommen ist, hat der 48-Jährige seinem tadellosen Vorleben und seinem umfassenden Geständnis zu verdanken. Außerdem hatte er den Richtern auch noch den Namen seiner bis dahin unbekannten Komplizin verraten. Die Frau war daraufhin während des laufenden Prozesses festgenommen worden und muss nun ebenfalls mit einer Anklage rechnen.

Es waren finanzielle Sorgen, die die Angeklagten in die Kriminalität abgleiten ließen. Nach der Trennung von seiner Frau wusste der 48-Jährige offenbar weder vor noch zurück. Obwohl er seit 25 Jahren einen festen Job hatte, plagten ihn massive Geldsorgen. Kredite, Unterhalt, Steuern: Anfang 2016 kam alles zusammen.

Zwei Überfälle

In Dorsten hatte der Angeklagte am 4. April und am 24. August 2016 gleich zweimal dieselbe Fressnapf-Filiale an der Bochumer Straße überfallen. Dabei erbeutete er insgesamt rund 11 000 Euro. Weitere Tatorte lagen in Haltern und Marl. Dass der Angeklagte die Taten nicht allein begangen hatte, war von Anfang an klar. Auf Überwachungsvideos war gleich mehrfach eine Frau zu sehen, die kurz vorher in den Geschäften war oder in der Nähe wartete.

Trotzdem hatte der Angeklagte sie lange Zeit gedeckt. Bis zum vierten Verhandlungstag. Da legte der 48-Jährige die Karten nach Absprache mit seinem Verteidiger Wolfgang Zeitler doch noch auf den Tisch. Das Urteil hat er bereits akzeptiert. 

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