Stefan Diebäcker kommentiert die Verdi-Entscheidung zum verkaufsoffenen Sonntag in Dorsten. © Montage: Martin Klose
Meinung

Verdi stellt klar, wie es um den verkaufsoffenen Sonntag in Dorsten steht

Nach zwei Jahren Pause findet am nächsten Wochenende wieder das Herbstfest in Dorsten statt. Und am Sonntag öffnen die Geschäfte. Die Gewerkschaft Verdi lehnt das ab, aber klagt sie auch?

Sie wissen, wie wir darüber denken“, meinte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Sievers am Montag. Gemeint war der verkaufsoffene Sonntag am 10. Oktober in der Dorstener Altstadt. Ja, wissen wir alle, aber das war ja nicht die Frage: Viel spannender für Kaufleute und Kunden: Verhindert die Gewerkschaft in letzter Sekunde noch die Ladenöffnung?

Nein, das macht sie nicht. Verdi hat auf Anfrage bestätigt, dass sie den Aktionstag nicht per Eilantrag stoppen lassen will. Das gibt den Kaufleuten Sicherheit, die Ware und Personal für den kommenden Sonntag disponieren müssen und vielleicht selbst noch ein kleines Rahmenprogramm auf die Beine stellen möchten.

Dorsten hat alles richtig gemacht

Das hat aber vor allem etwas Grundsätzliches. Verdi bestätigt indirekt, dass ihr in Dorsten juristisch die Hände gebunden sind. Weil die Stadt und die Kaufmannschaft vorgesorgt haben.

Es gibt – endlich mal wieder – ein Traditionsfest, die geöffneten Geschäfte sind Beiwerk. Eine Umfrage hat in der Vergangenheit zudem geklärt, dass die Menschen vor allem wegen des Festes in die Stadt kommen und nicht, weil ihr Lieblingsladen ausnahmsweise auch am Sonntag geöffnet ist.

Dorsten zeigt anderen Kommunen, wie man auf Nummer sicher geht. Das ist eine weitere gute Nachricht. Nur nicht für Verdi.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker