Vergnüglicher Abend mit Kabarett vom Feinsten

Auf dem Marktplatz

Teil zwei des Dorstener Kultursommers war vergnüglicher Natur. Auf dem Marktplatz in der Altstadt wurde dem Publikum am Samstagabend Kabarett der Spitzenklasse geboten.

Dorsten

von Von Ralf Pieper

, 02.09.2012, 14:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dann betrat Dr. Stratmann die Bühne und regte sich über den Schönheitswahn seiner Frau auf. "Du willst dir die Fettpölsterchen an den Oberschenkeln wegmachen lassen? Dann müsstest du dir die Beine amputieren lassen, die sind ein einziges Fettpölsterchen." Diesmal waren die Lacher auf männlicher Seite.Alle Geschmäcker bedient

Dann betrat Dr. Stratmann die Bühne und regte sich über den Schönheitswahn seiner Frau auf. "Du willst dir die Fettpölsterchen an den Oberschenkeln wegmachen lassen? Dann müsstest du dir die Beine amputieren lassen, die sind ein einziges Fettpölsterchen." Diesmal waren die Lacher auf männlicher Seite.Alle Geschmäcker bedient

Aber als das Duo "Ass-Dur" die Bühne betrat, vereinten sich die Geschlechter im Lachen. "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserem Kreis herum, dideldum." Die groteske, musikwissenschaftliche Analyse dieses Kinderliedes und dessen verschiedene Interpretationen, als Arie oder Marsch-Lied, hauten jeden von den Stühlen.

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Kabarett beim Kultursommer

Auf dem Marktplatz in der Altstadt wurde dem Publikum beim Kultursommer Kabarett der Spitzenklasse geboten.
02.09.2012
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Anka Zink forderte alles von den Lachmuskeln des Publikums.© Foto: Ralf Pieper
Dr. Stratmann macht Schluss mit den Hausbesuchen. © Foto: Pieper
Benedikt S. Zeitner von Ass-Dur.© Foto: Ralf Pieper
Benedikt S. Zeitner von Ass-Dur.© Foto: Ralf Pieper
Benedikt S. Zeitner von Ass-Dur.© Foto: Ralf Pieper
Dominik Wagner von Ass-Dur.© Foto: Ralf Pieper
Dr. Stratmann kennt die besten Lach-Rezepte.© Foto: Ralf Pieper
Dr. Stratmann plauderte wie immer im Ruhrpott-Slang.© Foto: Ralf Pieper
Anka Zink hatte vor allem die weiblichen Lacher auf ihrer Seite.© Foto: Ralf Pieper
Anka Zink in Bestform.© Foto: Ralf Pieper
Die Sitzreihen auf dem Dorstener Marktplatz waren bis auf den letzten Platz besetzt.© Foto: Ralf Pieper
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Beim Kabarett-Samstag im Rahmen des Dorstener Kultursommers wurden also alle Geschmäcker bedient.

Zu einem Rundumschlag auf die schönen neuen Massenmedien holte Anka Zink aus. Sie spendete jedem im Publikum Trost, der tagtäglich in den Kampf mit modernen Kommunikationsmitteln und technischen Geräten zieht. "Auf diesen Smartphones kannst du rumstreicheln - ganz toll. Man hat ja nicht immer den Partner oder 'ne Katze dabei."

Ein Gag jagte den Nächsten. "Bei Ihnen piept's wohl. Das ist heute keine Beleidung mehr, sondern eine Information. Ja, wo denn?" Wenn Anka Zink über frühere Kommunikationsformen sprach, lieferte sie den Jüngeren im Publikum gleich eine Erläuterung mit. "Ein Brief ist ein Blatt Papier, wo etwas draufsteht."

Den Dativ kennen, nicht können

Dr. Ludger Stratmann zeigte sich von seiner beliebt bösen Seite. Scharf und bissig nahm er gesellschaftliche Themen auf - natürlich im gewohnten Ruhrpott-Slang. "Du musst den Dativ kennen, aber nicht können." Dr. Stratmann hatte viel zu meckern - mal zynisch, mal herrlich platt. "Wir leben in einer Bussi-Bussi-Gesellschaft. Früher reichte ein Handschlag zur Begrüßung, heute muss es Bussi links, Bussi rechts sein. Und dann kommt da plötzlich so ein Zwei-Meter-Mann und du hast seine Brustwarzen im Mund."

Allen, die es sich am Samstag beim Kabarett auf dem Marktplatz gemütlich gemacht hatten und beim Zusehen und Zuhören ihre Bratwurst aßen, gab der Doc zu bedenken: "Das Fleisch, das du gerade isst, hat vor kurzem noch auf die Wiese geschissen." Guten Appetit!

Während Anka Zink und Ludger Stratmann Urgesteine der deutschen Kabarettszene sind, war das Berliner Duo Ass-Dur wohl vielen Zuschauern (noch) unbekannt. Doch schon der erste Anblick hatte heftige Lachattacken zur Folge, die das Duo sofort zu unterbinden versuchte. "Noch ein Wort und ich lasse hier ein Diktat schreiben."

Genie und Wahnsinn

Benedikt S. Zeitner spielte das arrogante, steife und strenge Musikgenie, während Dominik Wagner zu den grotesken musikwissenschaftlichen Fachvorträgen gelangweilt seine Augen verdrehte, am Klavier herumlümmelte und in der Nase popelte. Ass-Dur bedeutet: hervorragende Musik, abgedrehte Charaktere, erfrischende Pantomime und ein staubtrockenes Gag-Feuerwerk, das kaum Zeit zur Erholung ließ. Das Duo hinterließ mit einer so noch nie gesehenen Performance ein fassungsloses, aber begeistertes Publikum auf dem Dorstener Marktplatz.

 

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