Apolonius Parrenins Kunden setzen eher auf das Bestellen und Abholen. © Guido Bludau
Coronavirus

Verwirrte Kunden nutzen Schnelltest-Einkaufsangebot zunächst kaum

Eine Umfrage unter Dorstener Einzelhändlern zeigt: Die Entscheidung, Einkaufen mit Schnelltests zuzulassen, kam für viele Kunden sehr plötzlich. Nicht alle konnten sich testen lassen.

Seit Montag gilt die neue Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen. Das hat Folgen für den Einkauf: Im Kreis Recklinghausen muss ab sofort jeder, der einen Termin in einem Geschäft hat, einen aktuellen und negativen Corona-Schnelltest vorweisen.

Kunden kriegen keinen Schnelltest-Termin

Agatha Ochtrop, Geschäftsführerin des Schuhhauses Ostermann, stellt am Montag fest, dass diese neue Regelung verwirrt und die Kunden vom Einkauf abhält. „Am Morgen ging es noch, gegen Mittag herrschte totale Resignation. Vielen ist nicht bekannt, wo und in welcher Form die Tests gemacht werden“, meint sie. Zudem gebe es aus ihrer Sicht zu wenige Teststationen, viele Kunden hätten so einfach kurzfristig keinen Test mehr machen können. Außerdem sollten diese zentraler gelegen sein, etwa auf dem Marktplatz, regt Agatha Ochtrop an.

„Ich habe von mehreren gehört, dass sie keine Termine gekriegt haben“, berichtet auch Susanne Wenzel, Inhaberin des Spielzeugladens. Drei Kunden mit negativem Testergebnis durfte Susanne Wenzel bis zum Nachmittag begrüßen. Aus Erfahrung weiß sie aber: „Es braucht immer einige Tage, bis die Kunden die Verordnung umgesetzt haben.“ Problematisch sei vor allem die Kurzfristigkeit der Entscheidungen. „Wir konnten am Samstag keinen Zettel an die Tür hängen, wie es Montag weitergeht“, verdeutlicht Susanne Wenzel.

Stille herrscht in den Geschäften

Engelbert Bellendorf, Inhaber der Goldschmiede Bellendorf, muss auch notgedrungen die Ruhe in seinem Laden genießen. „In den ersten fünfeinhalb Stunden hatten wir keinen, der mit einem neuen Anliegen und einem Schnelltest kam“, schildert er. Die Hürde für das normale Shoppen werde hochgesetzt, somit habe das Ostergeschäft nichts mit dem normalen Ostergeschäft zu tun. „Wir machen alles mit und ertragen es, aber ewig muss das nicht gehen“, macht Engelbert Bellendorf klar.

Christiane Pier, Inhaberin des Rostfleckhauses, hatte schon erwartet, dass die Kunden ihre am Montag gebuchten Termine nicht wahrnehmen. „Weil vor dem Wochenende nicht klar war, dass es weitergeht, war ich darauf eingestellt“, erklärt sie. Die Leute seien sehr verunsichert. Am Dienstag erwartet sie einige Kunden, die ein negatives Testergebnis mitbringen. Zum Ende der Woche hin könnte dann wieder mehr los sein.

Händler müssen vieles erklären

Pascal Kurz, Inhaber des Tattoostudios Lucky Tattoo, berichtet auch: „Wir haben viele Anfragen bekommen und mussten den Kunden erklären, wie die Abläufe jetzt bei uns sind. Das bedeutet für uns sehr viel Arbeit.“ Einige Kunden hätten Termine direkt nach der Arbeit vereinbart, Zeit für einen Schnelltest bleibe da nicht. Somit wurden viele Termine abgesagt.

Pascal Kurz muss viele Fragen der verunsicherten Kunden beantworten.
Pascal Kurz muss viele Fragen der verunsicherten Kunden beantworten. © Guido Bludau © Guido Bludau

Apolonius Parrenin von der Buchhandlung König & Parrenin erklärt, dass viele Kunden lieber bestellen und abholen, als Termine zu vereinbaren oder gar einen Schnelltest durchzuführen. „Aktuell haben wir bis Ostern verlängerte Öffnungszeiten, aber diese werden wir danach wahrscheinlich auf vier Stunden täglich reduzieren“, erklärt Apolonius Parrenin. Das Geschäft sei nicht einfach, aber zumindest gebe es treue Stammkunden.

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