So sieht ein Glasfaserkabel von innen aus: viele bunte Schläuche, durch die die Daten fließen. © Guido Bludau
Schnelles Internet

Verzögerungen beim Ausbau? Deutsche Glasfaser nennt sich „taktgebend“

Die ausführende Baufirma ist wieder gesichtet worden, doch mit schnellem Internet können viele Wulfener vorerst nicht rechnen. Von der Kritik nimmt sich die Deutsche Glasfaser nichts an.

Seit drei Jahren warten Glasfaser-Kunden in Wulfen auf schnelles Internet, auch aus anderen Stadtteilen in Dorsten hagelte es in der Vergangenheit Kritik. Eine konkrete Begründung für die Verzögerungen gibt die Deutsche Glasfaser nicht, nennt aber für Wulfen einen neuen Termin.

„Die Deutsche Glasfaser ist taktgebend bei der Ausbaugeschwindigkeit in der Fläche“, behauptet Unternehmenssprecher Dominik Beyer. Angeblich benötige das Unternehmen „im Durchschnitt lediglich 18 Monate, um eine Gemeinde an das Glasfasernetz anzubinden“.

In Wulfen warten Kunden indes schon über drei Jahre seit der Vertragsunterschrift auf einen Anschluss, zuletzt tat sich im Ortsteil überhaupt nichts mehr. Die Deutsche Glasfaser erklärt das nur vage, spricht von einem „komplexen Infrastrukturausbauprojekt“. Zeitweise Belastungen, Verzögerungen oder Schäden während der Bauphase ließen sich „trotz exakter Planung und Vorsorge“ nicht immer gänzlich vermeiden.

In Wulfen will die Deutsche Glasfaser nächstes Jahr fertig sein

In Wulfen liegt nach Angaben der Deutschen Glasfaser der Schwerpunkt derzeit auf der „ordnungsgemäßen Wiederherstellung der Oberflächen und deren Abnahmen sowie weiteren Kundenaktivierungen“. Damit sind die noch fehlenden Anschlüsse gemeint und keine weiteren Werbemaßnahmen. Dominik Beyer: „Wir planen, die noch anstehenden Tiefbauarbeiten und die ausstehenden Kundenaktivierungen im Laufe des kommenden Jahres abzuschließen.“

Ein Wort des Bedauerns für die Verzögerungen kommt ihm aber nicht über die Lippen. Stattdessen verweist der Unternehmenssprecher auf das, was die Deutsche Glasfaser bundesweit gerade angeblich bewegt. „Allein 2021 planen wir die Verlegung von Leitungen mit einer Gesamtlänge von etwa 15.000 Kilometer. Aktuell beträgt unsere Bauleistung 35.000 Glasfaseranschlüsse im Monat.“

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker