Viele Schlaglöcher auf Landesstraße: Doch nur 50 Meter werden saniert

rnStraßenschäden

Die Landesstraße 601 zwischen Dorsten und Marl hat viele Bergbauschäden. Eine Bürgerinitiative will, dass die Fahrbahn komplett saniert wird. Das sehen die Behörden aber ganz anders.

Dorsten, Altendorf-Ulfkotte

, 19.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahrzehnten haben die Altendorf-Ulfkotter mit Bergbauschäden zu kämpfen. Da sei es an der Zeit, dass sie „endlich schlaglochfrei, ohne Aquaplaning und Verwerfungen ihren Wohnort und ihre Arbeitsstätte über die einzige Zuwegung, nämlich die Altendorfer Straße, erreichen können“.

Dafür hat sich Klaus Wagner, Vorsitzender der „Bürgerinitiative zum Schutz vor Bergbau- und Umweltschäden in Dorsten“ (BISBU) in einem Schreiben an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst stark gemacht. Darin bittet er den CDU-Minister, dass die Altendorfer Straße (L 601) komplett saniert wird.

„Nicht zweckgebunden“

Hintergrund: Die Ruhrkohle AG (RAG) hatte der auch für die Altendorfer Straße zuständigen Behörde „Straßen.NRW“ Bergschadensbeiträge gezahlt, für die L 601 anteilig 300.000 Euro. „Straßen.NRW“ erklärt jedoch, die Summe sei nicht zweckgebunden und gehe somit in den „allgemeinen Topf“ für Straßensanierungen im Ruhrgebiet.

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„Allerdings haben wir große Zweifel, dass eine solche Vorgabe eine kluge Entscheidung ist“, so Klaus Wagner in seinem Schreiben an den Minister. „Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Altendorf-Ulfkotter massive Gebäudeschäden, über 2000 schwerste bergbauinduzierte Erdbeben innerhalb von vier Jahren und eine fast komplette Erneuerung der Kanalisation hinzunehmen hatten.“

50 Meter sollen geflickt werden

Hinsichtlich der ebenfalls bergbaugeschädigten Altendorfer Straße sei laut Wagner vom Bergbau wiederholt versichert worden, dass diese „nach Abklingen der bergbaubedingten Einwirkungen komplett saniert würde“. Inzwischen habe „Straßen.NRW“ jedoch verlauten lassen, dass lediglich geplant sei, die 50 Meter zu flicken, die die größten Schäden aufweisen.

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Dies bestätigt das Verkehrsministerium in der schriftlichen Antwort an Klaus Wagner. Ursprünglich sollte demnach im Zuge des Brückenneubaus der Altendorfer Straße der Bereich zwischen Polsumer Weg und Hof Schulte-Hemming saniert werden. Dafür hätte man statt einer Teilsperrung der Bachquerung eine Vollsperrung vornehmen müssen. Dem habe die Stadt Dorsten jedoch nicht zugestimmt.

„Keine Priorität“

Aufgrund der geringen Verkehrsbelastung sei die Strecke allerdings derzeit im Vergleich zu dringenderen Sanierungsmaßnahmen nicht in der Priorität. Wann die 50 Meter der Altendorfer Straße saniert werden soll, ist nicht bekannt. „Die L 601 wird aber in die Dispositionen zur Aufstellung der Landesstraßenerhaltungsprogramme für das kommende Jahr einbezogen.“

Klaus Wagner kündigt gegenüber unserer Redaktion an: „Wir bleiben auf jeden Fall weiterhin am Ball und werden erst Ruhe geben, wenn die Straße insgesamt fertiggestellt worden ist. Unser Einsatz gilt natürlich auch für die zunächst vorgesehenen 50 Sanierungsmeter.“

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