Vier Geigen mit Pop-Appeal

Erle Natürlich spielen sie auf den Promo-Fotos mit ihren körperlichen Reizen. Doch für Anna Buning aus Erle und ihre Mitmusikerinnen der Formation "Babaji" zählt allein die Musik.

25.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Promotion-Maschinerie läuft: Bilder im "Playboy", in der "Cosmopolitan", in der "Welt am Sonntag" und der "Prisma". Am morgigen Freitag erscheint die erste CD des Quartetts beim großen Label Sony BMG. "Turn around" heißt die Scheibe, auf der die vier Musikerinnen sich mit nackten Rücken präsentieren. "Wir wollten nicht in die Kamera lächeln müssen", erklärt dazu die 29-jährige Anna Buning - und außerdem sei das Cover eine Anspielung an Pink Floyd und ein Bild von May Ray.

Neuartiges Konzept

Ein "neuartiges Konzept" haben Angie, Anna, Sonja und Ophelia verwirklicht, betont ihr Produzent und Manager Sascha Dücker. Vier Geigerinnen, die Pop-Cover-Songs interpretieren, und damit den Mainstream-Markt aufmischen wollen. Kein "Klassik meets Pop", keine Rieu-Seligkeit und auch in die Folkmusikschiene will das Quartett nicht.

Als Vorgruppe für Stars wie Take That, als musikalische Untermalung für Galas und Top-Events sieht Sascha Dücker die Gruppe, die seiner Meinung nach auf der CD manchmal "seicht" daherkommt, live aber ziemlich losrocken kann.

Neu arrangiert

Komplett neu arrangierte Klassiker wie "A whiter shade of pale" (Procol Harum), "Let`s spend the night together" (Rolling Stones), "The Sound of silence" (Simon and Garfunkel) finden sich auf der CD, unterlegt mit einfachen Pop-Rhythmen, manchmal klingen die Geigen wie verzerrte Gitarren, manchmal gehen die Violinen leider auch in den Keyboard-Sounds unter. Produziert von Sascha Dücker, der bereits die Live-Aufnahmen von Seal und Sarah Connor verantwortete, findet sich natürlich auch der Namensgeber der Band auf der CD: "Babaji" von Supertramp - immerhin ist der Produzent auch Leadsänger von Deutschlands einziger Supertramp-Cover-Band.

Kennen gelernt haben sich die vier Musikerinnen 2002 auf der "Wetten dass"- Bühne, als sie im Studio-Orchester Herbert Grönemeyer begleiteten. Kurze Zeit später begegnen sie sich wieder im Düsseldorfer "Vox-Artist Philharmonic Orchestra", das sich insbesondere auf Pop- und Crossover-Produktionen spezialisiert hat, von Künstlern gerne für Live- und Playback-Auftritte gebucht wird. Denn neben gutem Aussehen ist auch eine profunde musikalische Ausbildung Pflicht in diesem Orchester.

Keine Casting-Band

Die vier Geigerinnen haben Seal, Meat Loaf, Toni Braxton, Robbie Williams und Sarah Connor bei DVD-, TV-Produktionen und auf der Bühne begleitet. Mit Frauen-Schwarm Robbie Williams haben sie bei einer Echo-Verleihung noch locker plaudern können, ein Jahr später sei er aber von Body-Guards abgeschirmt worden. "Ein wenig reden" könne man aber mit den meisten der großen Stars.

Dass "Babaji" nach Casting-Band geradezu "schreit", wie es die Musikerinnen formulieren, ficht sie indes nicht an. Vier verschiedene Typen, vier musikalische Charaktere, vier fernsehtaugliche Gesichter - das hat sogar Plattenfirmen veranlasst, die Band nicht unter Vertrag zu nehmen. "Die haben nicht geglaubt, dass wir uns zufällig begegnet sind und dass wir auch instrumentaltechnisch eine Menge auf dem Kasten haben.

Marktlücke entdeckt?

Auch bei Sony war die Atmosphäre beim Vorspiel anfangs eher frostig. Doch dann das erste Mitwippen bei den Managern und ihren geladenen Gästen - der Deal war perfekt. Wie die CD bei den Zielgruppen ankommen wird, darauf sind die Babji-Musikerinnen sehr gespannt. "Kann sein, dass wir da eine Marktlücke entdeckt haben." Genug selbst geschriebene Stücke hat die Band jedenfalls, um eine Nachfolge-CD füllen zu können. MK

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